VLN 9 ROWE DMV 250 Meilen Rennen 11.10.2014

Das zweite VLN Rennen stand für mich auf dem Programm. Leider dieses Mal ohne meinen Stammkollegen Christian, da dieser familiär bedingt an diesem Wochenende keine Zeit hatte: Schade, denn er hat echt etwas verpasst.

Freitag:

Das Fahrerlager war schon am frühen Freitag-Morgen fertig aufgebaut und der neue Renntransporter strahlte mich im leuchtend gelben Design an; tolles Bild!
Erstmal einen Kaffee nehmen; Lebensgeister wecken, dann in die Box, Auto checken. Was gibt es da schon gross zu checken ;-) !
Es war wie immer vorbildlich vorbereitet. Schnell noch die Reifenlage für das Wochenende klären, auch hier waren wir gut aufgestellt.

Dann ging es an den Papierkram. Da zwei neue Kollegen auf dem Auto fahren würden, musste ich noch etwas für das Freitagstraining vorbereiten. Das ging aber auch schnell über die Bühne. Da das Auto Anfang des Jahres in der SP5 gelaufen ist, mangels Abnahme bei Manthey, hatten wir in der SP5 genannt, zusätzlich dem Irrglauben unterlegen, dass das für die Nordschleifenlizenz für 2015 von Bedeutung sein würde. Die Mitstreiter aus der V5 liefen Sturm :-) und auch mein Teamkollege Markus Nikowitsch sagte mir noch via SMS….wir brauchen die Competition. Also rauf zur Rennleitung, MEA CULPA, wir haben falsch genannt und mussten umnennen in die V5. Das ging ohne grosse Probleme, danke nochmals an die Veranstalter! Also, 6 Teilnehmer in der V5, 3x Z4, 1x M3, 1x E93 und unsere Wenigkeit. Uiuiui, das war starke Konkurrenz und alles alte Hasen was die VLN angeht. Naja, wir werden uns schon gut schlagen. Peter Haener braucht Runden und ein Ergebnis unter den ersten 50% für die internationale Lizenz, Markus die Competition und ich musste “nur” ankommen. Die Vorzeichen waren definiert und vielleicht nicht ganz so günstig zum Erreichen des Ziels. Egal, am Ende des Tages geht es um den Spass!!!

Peter und Markus trudelten pünktlich zu Beginn des freien Fahrens ein. Das Auto sollte noch einen zweiten Sitz bekommen. Taxifahrten; es waren auf einmal mehr Gäste da, als Autos (obwohl es schon 4 waren, die für die Fahrten vorgesehen waren). Der Sitz passte aber nicht (Glück oder Pech, kann man jetzt sehen wie man will), sodass wir ohne Taxigäste das Training aufnehmen konnten. Das dauerte aber nicht lange….

Nach gut 30 min tippte Bennie mir auf die Schulter (ich stand schon in voller Montur in der Box); “kannst Dich ausziehen, das wird heute nix mehr”….das klang mehr als schlecht, würg.
Ok, sondieren. Was war passiert? Aufatmen!! Peter stand mit einem kleinen TD auf der DöHö und kam aus eigener Kraft nicht mehr an die Box zurück. Naja, sei es drum; das Auto sollte nach dem Training in die Box gebracht werden. So war es dann auch. Die Jungs haben in kürzester Zeit den Fehler berichtigt und das Manga-Baby stand wieder rennbereit da! Klasse!

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Nachträglich betrachtet war es vielleicht sogar gut, gar nicht gefahren zu sein, denn was an dem Tag alles an Schrott produziert wurde spottet eigentlich jeder Beschreibung. Ich habe dafür absolut kein Verständnis. Meiner Ansicht nach ist doch das freie Fahren in erster Linie dazu da, Taxifahrten zu machen und ein letztes Shakedown für neu aufgebaute oder reparierte Fahrzeuge zu vollziehen. Muss es denn dabei immer um das letzte Zehntel gehen? Einen Funktionstest kann ich auch mit 3/4 Gas fahren und die Taxigäste werden es ohnehin nicht bemerken, sollte irgendeiner der Fahrer nicht an seinem persönlichen Limit sein. Viel eher schadet es uns allen, wenn gerade diese Menschen, seien es Sponsoren, Familienmitglieder oder Freunde mit dem Gedanken vom Ring gehen. …alles Gestörte mit einem rostigen Nagel im Kopf….denn diesen Eindruck könnte man gerade nach dem letzten Freitag vermittelt haben. Kopfschüttel….

Samstag, Race-Day:

06.30, Barweiler, aufstehen, Fenster auf, klar….Nebel….wo ist mein Dreiwettertaft :-) ??!!

Noch die Töne vom letzten VLN mit der Absage im Ohr wollte ich es einfach nicht wahr haben. Sollte denn das Agrarwetter so schlecht vorhersagen? Nochmal checken, ohhh, da steht`s ja grün auf weiss, Nebel bis 08:45, dann leicht auffrischend und Sonne. Der Start zum Quali würde demnach verschoben werden. Auch gut, bleibt mehr Zeit zum Frühstücken. 07:30 an der Box angekommen. Alle noch in etwas verschlafener Grundhaltung. Keine Anzeichen von Hektik, es machte sich eher Ratlosigkeit breit.

Dann aber doch ein Lichtblick; es wurde tatsächlich heller und die Sonne biss sich langsam durch. Ansage der Rennleitung; 09:30 Start zum Training. Peter hatte dankend abgelenht, die ersten Runden zu drehen. Slicks…feucht, Nordschleife => Lars….irgendwie haben sie mich alle auf dem Kieker! Unfair sowas. Ok, einer muss ja, also raus. Erstmal eine Runde auf dem GP Kurs. Trocken, na sagen wir, fast trocken. Ging aber also raus auf eine gezeitete Runde auf die Nordschleife. Ich hatte einen 991 vor mir, der mit seinen breiten Walzen ne schöne Spur in den feuchten Stellen gezogen hatte. Da bin ich einfach dran geblieben und hinterher geeiert. Er hatte es auch nicht sonderlich eilig. Am Bergwerk lief dann einer der 4 M235 Racing unseres Teams auf und ich liess ihn passieren. Er wird schon wissen, was er tut dachte ich so bei mir. Den Porsche hat er dann auch noch überholt, machte dann aber wieder langsamer, sodass wir im Trio bis zur Hohen acht unterwegs waren. Und…….rein in die Nebelwand! Der Porsche verzögerte sichtbar, der M235 entschwand meines Blickes. Aus der Hohen Acht rausgekommen sah ich ihn dann kurz quer kommen, gefangen, und mit dem Gegenschwung ging´s dann nach rechts ab in die Planke. Och manno, das hätte nicht sein müssen aber passiert eben. Die Feuchtigkeit auf der Strecke blieb etwa bis Pflanzgarten II, danach war es gut.

In der zweiten Runde wusste ich nun, wo die Gefahr lauerte, allerdings sollten bis dahin gut 200 Autos die Stelle passiert haben und es damit auch deutlich trockener sein. Mehr als meine Pflichtrunde musste ich nicht fahren. Markus, der mit Abstand schnellste Fahrer unseres Trios, sollte die Qualizeit fahren. Ich habe an ihn mit einer 10.18 übergeben. Die sollte Markus deutlich auf 9:50 verbessern, was in der Schlussrechnung einen tollen dritten Platz in der V5 bedeutete. Peter fuhr ebenso noch zwei Runden und wir haben das Baby heil durch das Qualifying befördert.

12:15
Startaufstellung. Markus fuhr auf den Reifen aus dem Quali in die Startaufstellung. Da mit recht viel Verkehr zu rechnen war und somit die Zeitenhatz ohnehin erst zur Mitte des Rennens richtig losgehen würde, war das eine gute Entscheidung. Neue Reifen wären tatsächlich für die Katz gewesen.

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13:00
Der Start verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle; das sollte sich allerdings im Verlauf der ersten beiden Runden ändern. Markus funkte an die Box, dass ich mich bereit machen soll. Er hat keine Lust mehr; nur Trümmer auf der Strasse, Doppelgelb ohne Ende, warum wird nicht abgebrochen?!
Ich habe ihm dann zurück gemeldet, dass wir auf P3 stehen und er sich bitteschön zusammen reissen soll und den Platz halten :-) . Kaum eine Runde später war alles vergessen und er hatte einen spannenden Fight mit Christian Büllesbach auf dem Adrenalin Z4 um den zweiten Platz (ich bin auf die Onboard Aufnahmen gespannt). So soll es doch sein. Faires Miteinander. Nicht einmal Lackaustausch und trotzdem toller Motorsport. In Runde 8 kam Markus an die Box und ich übernahm das Baby immer noch auf P3 liegend. Die Briten auf dem M3 waren uns mit 20 sec im Nacken und ich wusste, dass sie schnell sind, also musste ich irgendwie alles geben, dass wir den Platz halten konnten. Raus auf die Strecke. Auto fühlt sich klasse an. Oh ja, ich hatte ja neue Slicks drauf. Man wird es nicht glauben, aber das war für mich das erste Mal, dass ich neue Reifen hatte. Bisher waren immer die Teamkollegen in den Genuss des neuen schwarzen Goldes gekommen. Mercedes Arena; kleiner Quersteher….ACHTUNG….neue Slicks, kalt, also erstmal warm fahren.

Ab Hatzenbach war es dann ok. Rückspiegel; nu, wo sind se denn alle???? Hier und da mal ein Auto vor mir. Aber keiner von hinten? Das ging eigentlich bis auf wenige Ausnahmen drei Runden lang so und die Strecke war in den nicht gelben Abschnitten super zu fahren. Aber…überall Kernschrott vom Feinsten. Hier ein Porsche im Kesselchen, da ein Aston in der Mutkurve, dann ein Astra, ein Toyota….unzählige Fahrzeuge verunfallten; gute Runden-Zeiten waren nicht möglich und ich hatte Mühe, einen Reifenschaden zu vermeiden. Die neue lila Code 60 Flagge hat aus meiner Sicht dennoch sehr gut funktioniert und ist der richtige Schritt in die richtige Richtung. Sicherlich gibt es auch hier und da noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber mit dem Gegebenen kann man nun jetzt wirklich gut leben. Ich für meinen Teil hatte nicht eine einzige kritische Situation bei Doppelgelb. Bei Gelb “lupfen”, dann langsam in die Doppelgelb reinbremsen. Dumm wird es wahrscheinlich nur, wenn direkt bei der lila Flagge der Anker geschmissen wird. Hier könnte man in der nächsten Fahrerbesprechung nochmals drauf hinweisen, dass da noch ein paar Meter bis Doppelgelb sind….und dann vielleicht auch den Fall definieren; was ist, wenn nach Doppelgelb Gelb kommt und dann erst Grün?!

Auch das Miteinander auf der Strecke war für mich bis auf einen Fall sehr sehr positiv. Ich hatte zuweilen mit der V4 Armada zu tun und habe mich bemüht, schnell Platz zu machen. Denke, dass ist auch ganz gut gelaufen. Aus dem Derscheid BMW kam sogar ein “Thumbs-Up” nach der Eiskurve aus der Fahrerseite. Klasse dachte ich; dem Meisterschaftsführenden wollte ich nun wirklich nicht die Suppe versalzen. Was aber ein Stinkefinger aus einem Aston Martin soll, der mich nach dem Galgenkopf überholt hat, weiss ich nun wirklich nicht. Manche begreifen es einfach nicht, dass man auch mit einem V5 an dieser Stelle auf der Ideallinie am Limit fährt und nicht mal eben Platz machen kann. Da hilft auch alles drängeln nix. Nicht blinken heisst, ich bleibe auf der Linie, komme da von hinten wer will. Er kann ja selbst versuchen, auf der Aussenlinie zu überholen, sich den ganzen Gummikrumpumpsel aufsammeln und sich die Lauffläche der Reifen ruinieren. Wieder…Kopfschütteln und sich seinen Teil denken. In der Hohenrain-Schikane habe ich ihn dann übrigens fast wieder überholt, weil er ab Antoniusbuche wohl Gas rausgenommen hat; in die Box ist er aber nicht abgebogen :-) , tztztz

Mein Stint ging ziemlich unspektakulär zu Ende und Peter übernahm für den Schluss-Stint. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was meine gefahrenen Zeiten wert waren, aber als Markus mit einem Grinsen auf mich zukam und mir mit einem “gut gemacht” auf die Schulter klopfte wusste ich, so schlecht konnte es nicht gelaufen sein. Bis zur Boxeneinfahrt hatte ich den Vorsprung auf den Vierten auf knapp 1min ausbauen können. Durchatmen!

Peter kämpfte sich durch den Verkehr; er hatte deutlich mehr damit zu tun, als ich, machte seine Sache aber gut. Durch eine andere Boxenstrategie hatte uns der englische M3 dann doch Platz 3 abgenommen und führte nun seinerseits mit knapp 2min. Sowas Ärgerliches. Jetzt waren wir so knapp dran und dann wechseln sie einfach nicht. Taktik eben!
Haben wir ein wenig geschlafen.

Letzte Runde; was war das? Peter fuhr über Start/Ziel und die 3 leuchtete wieder hinter unserer Startnummer auf!!!! Man wünscht es ja keinem, aber der M3 war in langsamer Fahrt mit wenig Sprit und Reifenschaden in der letzten Runde unterwegs. Offensichtlich war ihre Taktik doch nicht aufgegangen und wir hatten unser gestecktes Ziel damit vollends erreicht:

1) Competiton in der V5 für Markus
2) Erfahrung und VLN Wertungs-Ergebnis für mich für die Nordschleifen-Lizenz
3) Extra Runden und ein 50% Ergebnis für die internationale Lizenz für Peter

War das ge***!!

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Sensationell ist es nicht, aber für mich ganz persönlich ein ganz grosser Erfolg!

Das Team hatte hier und da Pech gehabt aber in Summe auch einen tollen Erfolg eingefahren. Der schon im Quali verunfallte M235 wurde durch eine grossartige Teamleistung rechtzeitig ins Rennen geschickt. Zwar von ganz hinten startend, aber ins Rennen geschickt. Leider hat ein Porsche Fahrer im Bereich Wippermann wenig Geduld gehabt und Anders samt Fahrzeug zum Pilzsuchen in die Wiese geschickt. Ausfall…
Der M3 GT4 erlitt einen Reifenschaden mit ebenfalls anschliessendem Besuch der Wiese. Offensichtlich ist dabei etwas an der hinteren Bremszange defekt gegangen, sodass das Fahrzeug abgestellt werden musste. Sicherheit geht vor.
Schlimm hat es Fredy erwischt. Auf der Start/Ziel Geraden vermutlich einen Schlag auf das hintere rechte Rad bekommen, dann direkt quer zu Fahrtrichtung gekommen und ungebremst in die Mauer gefahren. Das Trümmerfeld sah sehr sehr übel aus. Ich bin selbst unmittelbar nach dem Unfall ziemlich als erster an die Stelle gekommen; es war noch keine Rettung da und Fredy sass regungslos im Fahrzeug. Das war ein mächtiger Schock. Die Nachfrage beim Team ergab auch nichts. Wir wissen noch nichts war die Aussage. Das muss man auch erstmal verarbeiten! Eine Runde später dann Entwarnung. Fredy geht es gut! Gott sei Dank dachte ich mir. Super sehr ganz arg froh war ich dann, als ich Fredy nach dem Rennen in der Box sah und ich ihn unverletzt begrüssen konnte. Mir viel defakto ein Stein vom Herz. Ich hoffe, dass aufgeklärt werden kann, wie es zu diesem Unfall gekommen ist. Die Sicherheitszelle hat jedenfalls ihre Aufgabe perfekt erledigt! Danke allen Schutzengeln!

Dann, es geht immer noch um das Rennen fahren! Heiko, Friedhelm und Thomas holen den 3. Platz in der Cup 5 Klasse. Was für ein Rennen für die Drei. Heiko war von Beginn an auf Tuchfühlung in der Spitzengruppe, führte sogar ein Runde das Quartett an, nachdem sich Ende Start/Zile zwei Kontrahenten nicht ganz einig waren. Lediglich der Eifelblitz kam unbeschadet aus dem Scharmützel heraus und drängte schon kurze Zeit später wieder an Heikos Heck. Aber die Performance im Team passte einfach perfekt. Friedhelm konnte den 3 Platz im Mittelstint verteidigen und Thomas fuhr es souverän
nach Hause! Gratulation an die Kollegen.
Der vierte M235 beendete das Rennen auf Platz 10.

Ich freue mich nun auch auf VLN 10. Vielleicht geht es dort etwas ruhiger zu als gestern; mal schauen! Aber, es hat schon was dieses VLN…..

Gruss und danke für`s Lesen, wer bis hierher gekommen ist :-)!

Lars

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