VLN 7, Opel 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen

Was für ein grossartiges Erlebnis!

Freitag Morgen im Fahrerlager angekommen, konnte man schon erkennen, dass es etwas grundsätzlich Anderes als die RCN ist, diese VLN….! Nicht, dass ich das noch nicht gesehen hätte, aber so als Fahrer dort aufzulaufen war irgendwie nochmal ganz besonders, auch wenn es sich nur und ausschließlich im eigenen Kopf abspielt. Toll, hier sollte man nun also mit von der Partie sein!
Ein Blick in die Box; nur Rot-Weiß, ähnlich wie auf der Pommes, die man in der Bude auf der Vohwinklerstrasse in Wuppertal bekommen kann. Jetzt wurde mir schlagartig klar, woher die Jungs ihre Firmenfarben her haben :-)!

Ein wirklich beeindruckendes Bild; 7 Fahrzeuge in 5 Klassen! Ich denke, das hat es so noch nicht gegeben….., volles Haus sozusagen und das erste Mal die ganze Box nur für das Team SORG Rennsport.

Alle Autos wie immer top vorbereitet. So, wie geht das denn hier jetzt??

Technische Abnahme, Einschreibung für die 2h der MH-Promotion am Nachmittag, damit die Taxifahrten durchgeführt werden können, Besprechung des generellen Ablaufs….., alle waren total entspannt und nichts von Hektik zu spüren; aber das sollte sich noch ändern!

Gegen Mittag kam dann auch Christian an, der sich noch durch den Freitagsstau auf der A3 quälen musste. Zusammen sind wir dann zur Abnahme unserer Klamotten gestiefelt. Die Dame bedankte sich für die gute Vorbereitung und hakte kurzum alle Felder ab, unterschrieben, geschafft (oder doch nicht?). Da sollte noch was kommen…..; nun denn, wir hatten den Kleber auf HANS und Helm und nach der Einschreibung waren wir jetzt offiziell registriert.

Am Morgen war Bennie noch mit dem Manga-Baby bei Manthey auf dem Prüfstand; wir hatten in der V5 genannt und so musste der Motor sowie das Steuergerät noch verplombt werden. Alles gut, Auto in der Toleranz und von der Leistung im oberen Drittel der V5 Fahrzeuge. Das waren gute Nachrichten. Ein paar PS fehlen zur Grenze….die werden wir noch finden.

Ich hatte zwei Kollegen aus dem Arbeitsumfeld zu dem Wochenende eingeladen, sich das doch einmal anzuschauen und dann auch noch eine Runde im Rennauto mitzufahren. Sie kamen gegen 14:00 Uhr an. Der Gewinner der Verlosung für Sascha`s Traum Dirk lief mit der ganzen Family auf, das fand ich klasse, denn es befand sich auch ein ziemlich kleiner neuer Erdenbürger darunter. Der wird halt früh an den Motorsport herangeführt….

Das Teamzelt war aufgebaut und bereit, die zahlreichen Gäste von Falken zu empfangen. So langsam stieg auch das Kribbeln in mir. Ralph Beck, unser dritter Mann stieß um 15:00 zu uns und somit war das Team-Manga komplett. Wir besprachen unsere “Strategie” und beschlossen, sie nicht auf Platzierung, sondern auf Spass aus zu richten. Es sollten als 6 Stints à eine Stunde sein. Klar, wir würden Zeit beim Wechseln verlieren, aber was soll`s….Ankommen war das Ziel.

Für die Taxifahrten waren 9 Runden mit 9 Gästen geplant. Die ohnehin schon volle Box glich beim Start zu den Fahrten dem Stachus in München am Samstag Mittag. Jörg unterstützt von seinem Vater hatte wie immer alles im Griff. Es lief absolut reibungslos und wir konnten unsere Runden abspulen. Ralph fuhr die ersten drei Runden. Er kannte das Baby noch nicht uns sollte sich schonmal darauf einschießen. Sein erstes Fazit: er war begeistert! Christian übernahm den Mittelstint und ich chauffierte dann meine Gäste am Ende der 2h über den Ring. Allerorten fröhliche Gesichter, so soll es sein! Ob ich allerdings das Freitagstraining nochmals fahren werde weiss ich nicht. Es wurde stellenweise gefahren, als ob es kein Morgen gäbe….tut das Not? Ein GT3 Porsche meinte sich im Bergwerk vorbeiquetschen zu müssen, obwohl ich ziemlich deutlich gemacht hatte, dass diese Kurve mir gehört, da ich in der Mitte der Strasse fuhr und bewusst keinen Blinker gesetzt hatte. Man kommt am Bremspunkt der Kurve mit Fullspeed aus der Lauda-Kurve an und da sind auch V5 Autos ziemlich schnell unterwegs….., naja, nix weiter passiert. Musste nur der Kosmetik wegen zwei Startnummern neu kleben. Das gab mir allerdings für das Rennen etwas zu denken; sollte das dann da noch potenziert ablaufen? Warten wir es ab.

Fahrerbesprechung in Englisch um 18:30, Renn-Benzel abholen. Neue Regelung zu Code 60, die mit grossen Applaus von den Fahrern quittiert wurde. Für Christian und mich ohnehin fast alles neu; ach ne, die Flaggen sind ja doch gleich ;-) !

Briefing am Abend mit dem Car-Chief Thomas sowie Daniel und Danielle. An dem Auto gab es nichts Grosses auszusetzen. Ein schleifendes Geräusch vorne rechts (vielleicht das Radlager), eine etwas weiche Bremse. Das war es dann auch schon. Thomas würde das mit seinem Team richten und das Auto für das Rennen vorbereiten. Daniel war nicht ganz mit unserer Strategie einverstanden (klar, Teamchefs wollen immer gewinnen :-) ), aber da wir auf den Sieg keine Chance haben würden, machte es so am ehesten Sinn!
Für das Qualifying beschlossen wir, dass Christian und ich lediglich unsere zwei Pflichtrunden auf den alten Socken absolvieren würden und Ralph dann mit frischen vorgeheizten Reifen die Zeitenjagd in Angriff nimmt.

Saturday morning, It`s RACEDAY!

Ein Blick aus dem Fenster nach einer überraschend ruhigen Nacht; es war trocken. Das gibt`s ja nicht! Trocken am Renntag, mal was ganz Neues!
Lecker Frühstück bei Anneliese mit ein paar Teamkollegen geniessen und Kraft für den Tag tanken. Das Rührei….ich sag Euch, wer es noch nicht probiert hat, sollte schon allein deswegen bei Anneliese mal eine Nacht buchen!
Gut gestärkt ging es dann an die Strecke. Waren wir so spät dran, dass wir tatsächlich den letzten Parkplatz auf B1 bekommen haben? Ok, also das nächste Mal etwas früher los.
In der Box angekommen empfing uns gleich der Car-Chief und brachte uns die Updates näher, die über Nacht noch getätigt wurden. Das Auto war perfekt. Neues Radlager, Bremse entlüftet, manuell und mit Kompressor, Bremsbeläge für die Vorderachse schon parat. Wir waren für das Rennen gerüstet. Ich habe dann noch die Kamera eingebaut und den Trinksack befestigt.

Dann standen auf einmal zwei Kollegen der VLN vor uns, und wollten unsere Anzüge kontrollieren. Da war ja noch was; ein handgeschriebener Zettel vom Klaus von Barby in den Händen haltend sagte man uns, wir haben die Sachen noch nicht vorgezeigt. Hmmm….wie konnte das sein? Wir haben einen Aufkleber auf dem Helm und HANS und alle Rennanzugutensilien wurden gestern der Kontrolle vorgeführt. “Euer Hologramm fehlt in den Anzügen”! Ja, das stimmt, das haben wir ja auch vorab durch den Hersteller klären lassen. Nun, man wollte sich lediglich überzeugen, dass wir nicht mit Baumarktanzügen unterwegs sind….am Ende wäre das Hologram sowieso das Einzige, was in den Anzügen brennen würde :-) ! Es war dann alles geklärt und nichts stand dem Einsatz im Wege.

Dann ging es auch schon los ins Qualifying. Christian drehte zwei Runden, dann ich lediglich eine, schließlich übernahm Ralph. Mit einer 9:52 setze er das Auto auf den zweiten Startplatz. Klasse Job!
Sah doch alles gar nicht so schlecht aus!

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STARTAUFSTELLUNG:

Was für eine Freude; das eigene Auto in der Startaufstellung zu sehen und dann auch noch Teil derer sein zu dürfen, die das Fahrzeug anschliessend bewegen würden; wow…..
Noch ein paar Fotos für Peter, damit er mal endlich etwas für die Webseite hat und dann ging es auch schon los. Zurück in der Box stieg die Spannung. Wie würde Ralph den Start fahren?
Die Blase der GT3s kam angerauscht; was für ein Sound. Die zweite Startgruppe liess nicht lange auf sich warten. Ralph verlor zwei Plätze Ende Start/Ziel, kämpfte sich Ende der ersten Runden jedoch wieder am Kathan Z4 vorbei. Dem fehlte schon der rechte vordere Scheinwerfer; wo hat er sich den den abgefahren? Wir waren also auf Platz 3, eine Runde später wieder auf Platz 4…ständiger Wechsel.
Wie schnell so eine Stunde rum ist; Christian stieg ins Auto welches immer noch auf Slicks war; tatsächlich, immer noch trocken. Das sollte sich während Christians Stint allerdings schlagartig ändern…., in seinen letzten zwei Runden waren auf der Strecke verteilt überall feuchte Stellen, sodass einfach keine Zeiten zu fahren waren. Christian machte einen Superjob und brachte das Auto heil durch die kuriosen Wetterbedingungen. Pünktlich 5 min bevor ich ins Auto steigen sollte fing es an zu schütten…..war ja klar! Mir ist es dieses Jahr einfach nicht vergönnt, die Strecke bei trockenen Bedingungen im Rennen in Angriff zu nehmen. Was für ein Fluch, und das, wo ich doch so ein Regenhasser bin; ich geh auch nicht bei Schneefall Skifahren…..
Nutzt alles nichts; Arschbacken zusammen und rein ins Auto. Ziel: ANKOMMEN…..sonst nichts.

Die Zustände auf der Strecke waren wirklich alles Andere als toll und in der dritten Runde musste ich dann auch leider neben vielen anderen Mitstreitern unseren E46 ausgangs Hohe Acht mit desintegrierter Front am rechten Streckenrand stehen sehen. Peter zog sich gerade den Helm vom Kopf; es ist wohl gut gegangen, aber der arme M3 sah arg mitgenommen aus. Es war aber auch was rutschig.
Ständig halbtrockene Abschnitte, dann urplötzlich wieder nass und stehendes Wasser auf der Strecke. Gegen Ende des Stints trocknete es eigentlich überall ab, bis auf ein paar wenige Stellen. ich funkte an die Box, dass sich Ralph früher fertig machen sollte und auf Slicks wechseln kann. Vielleicht würden wir so etwas Zeit gewinnen. Ich hatte es noch nicht ganz fertig gesprochen, da fing es höhe Antoniusbuche wieder zu regnen an und ich beschloss, doch noch eine Runde dran zu hängen. Fahrerwechsel; die Slicks lagen parat; Christian kam aus der Box geschossen und schrie “Regen, Regen, Regen, lasst bloß die Regenreifen drauf!!!” Super Aktion; denn als Ralph die Box verließ, öffnete Petrus die Schleusen….Wassermassen ergossen sich aus dem Eifeler Himmel. Ralph funkte; jetzt macht`s dann richtig Spass!

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Wir waren immer in Schlagdistanz zum dritten Platz und es wurde ein richtig spannender Kampf. Wir hatten damit eigentlich gar nicht gerechnet, aber das macht das Rennen am Ende aus. Ralph gab alles im Regen und übergab an Christian zu seinem letzten Stint. Wir blieben weiterhin auf Regenreifen. Es trocknete zusehends ab und Thomas kam irgendwann auf mich zu und sagte: “bereite Dich schonmal auf Slicks vor”. Ich auf Slicks in 2014 auf der Nordschleife; toll, das kann ja was werden.

Christian kam rein; 15 sec Rückstand auf den Dritten. Strecke auf der Ideallinie nahezu trocken, daneben feucht bis nass. Fuchsröhre noch ganz nass, als auch Adenauer Forst, Kallenhard und Kesselchen. Also mit Slicks raus; stimmt, Fuchsröhre nass und auf der Welle kam mir das Auto dann mal als erstes quer. Gefangen und weiter geht`s. Erste Runde durch. Richtig pushen konnte ich nicht. Der “Fahrstreifen” war super schmal und es war wirklich nur auf der Ideallinie trocken. Da man hin und ab den Tannenbäumen Platz machen muss, war äusserste Vorsicht angesagt. In der zweiten Runde wurde das schon besser und der Streifen breiter. Durch den Funk kam “Push, Push, Push”: Was hiess das denn jetzt….hatten wir den Dritten wieder überholt, oder wie oder was? War wohl so….

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17:45, noch eine Viertel-Stunde:

Ich hatte vier Runden absolviert und wieder auf der Start-Ziel-Geraden angekommen verhieß der Blick in den Himmel nichts Gutes. Es lief gerade so gut. Die Strecke wurde zusehends trockener und ich konnte weiter pushen. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich in der nächsten Runde meine persönliche Bestmarke würde knacken können, denn der Verkehr war auch absolut überschaubar; es hatte sich alles entzerrt. Die 10min Marke sollte endlich fallen. Dann, in der Mercedes Arena angekommen, öffnete der Himmel erneut die Schleusen und der Regen kam zurück. So kurz vor Schluss; an der Box vorbei musste ich wohl oder übel die letzte Runde auf Slicks fahren. Bennie teilte mir über Funk mit, dass ich genügend Vorsprung auf den Vierten habe und ich so zurück stecken könnte. Ich wusste aber nicht, was der Kollege für Reifen montiert hatte, also beschloss ich, solange die Strecke nur feucht war, weiter zu pushen. Am Flugplatz wäre es fast schief gegangen; Quer sieht man zwar mehr, ist aber an der Stelle nicht unbedingt zu empfehlen…

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17:55, Brünnchen:

Wann kommt verdammt nochmal der ROWE SLS und überholt?????? Ich war nur noch schwimmend unterwegs. Selbst 60km/h war an vielen Stellen zu schnell. Das Wasser stand auf der Strasse. Pflanzgarten 2 kam dann der M3 GT4 langsam näher und ich ließ ihn vorbei……NEEEEEIIIIIIN, was war das? Der M3 hatte die #460 im Schlepptau, den Vierten der V5. Bis Eingang PG2 konnte ich ihn hinter mir halten; auf der DöHö musste ich abreissen lassen. Der Blick auf die Reifen später im Parc Fremé erklärte es; Regenreifen. Platz 3 weg und immer noch kein ROWE SLS in Sicht.

Ich fuhr über die Ziellinie, sah aber keine Checkered Flag. Noch ne Runde, oh neeeee….ABER; das war bis zum heutigen Tag die beste und emotionalste Runde auf der NOS, die ich jemals gefahren bin. Am Aremberg angekommen sah ich Heiko im Kiesbett stehen. Ist er auch noch Opfer von der Slick/Regen-Kombi geworden? Ja…
Nun, ich hatte keinen Druck mehr und beschloss einfach noch ins Ziel zu fahren. Zu mir gesellte sich noch ein E36 aus der Gruppe H und gemeinsam fuhren wir den Streckenposten zuwinkend zurück. Wir waren die letzten beiden auf der Strecke, denn kurz nach mir überquerte der ROWE SLS die Ziellinie und alle anderen wurden daraufhin abgewunken.

Eingangs Hohe Acht sah ich dann auch das Räumkommando schon hinter mir…..ha, was für ein Spass!

Irgendwann kam dann mal Thomas über Funk und meinte, ich solle doch bitte etwas schneller machen, man würde hier auf mich warten!

Start-Ziel, Flagge, der Rennleiter hat sich auf dem Kommandostand kaputt gelacht. Die Siegerehrung war schon im Gange und gaaaaaaaanz am Ende der Boxenmauer hing die ganze Blase in den Zäunen. Grosse Freude, alle winken und dann die Konfetti Kanone. Es sah so aus, als ob wir das 24h Rennen gewonnen hätten! Danke an das ganze Team; das war ein ganz besonderer Moment für mich!

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Zusammenfassend kann man sagen; VLN rockt! Vor allen Dingen mit so einem Team und solchen Fahrerkollegen!

Der Umgang auf der Strecke unter- und miteinander war stets fair und sicher. Ich hatte im ganzen Rennen nicht eine Situation, in der es knapp gewesen wäre und das bei den schwierigen Bedingungen.
Ich denke, es kehrt Ruhe ein! Danke auch an alle Kollegen in den anderen Streitfahrzeugen, die dieses Rennen für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis haben werden lassen.

Tolle Familie!

Wir kommen wieder zu VLN 9! Gleiche Besetzung, gleiches Auto!

Gruss,
Lars und Christian

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