VLN 10 “DMV Münsterlandpokal” 24.10.2014

Bye Bye! See you next year!

Im Herbst auf der Nordschleife Rennen zu fahren verspricht zumeist sehr interessant zu werden…., nicht nur des Wetters wegen!
Aber das Wetter war es dieses Mal erneut, welches für Spannung und Abwechslung und vor allen Dingen bei mir für ein echtes Schei**-Gefühl gesorgt hat.

Freitag am Ring angekommen eröffnete Daniel mir, dass man sich über die Woche noch Gedanken über das Setup des Manga-Babys gemacht hat und vielleicht nun eine Lösung gegen das Untersteuern gefunden haben könnte. Nicht lange gefackelt und für die letzten zwei Stunden des Trainings auf der GP-Strecke angemeldet. Sollte es da gut sein, dann würde es auf der Nordschleife perfekt sein.

Mit alten Reifen auf die Piste und schon in der zweiten Kurve der Mercedesarena war klar, dass es ein goldener Griff gewesen ist. Das Untersteuern ist weg und das sogar mit den alten Socken! Wie würde es dann mit neuen Reifen sein? Wird man am Samstag probieren können.
Ich konnte meine Rundenzeit auf der GP-Strecke um 7 sec gegenüber der aus dem Training zu VLN 10 2013 verbessern. Das ist mit Sicherheit nicht alles dem weggefallenen Untersteuern geschuldet, aber zu einem Grossteil auf jeden Fall. Das Auto lenkt jetzt viel präziser ein, geht um die Ecken wie auf Schienen. Die Gutmütigkeit hat das Auto dennoch nicht verloren und bleibt sehr neutral und berechenbar in seinem Bewegungen. Grossartig! So muss das. Ich konnte es kaum erwarten, auf die Nordschleife zu gehen und endlich eine ordentliche Rundenzeit zu fahren, sofern das im Rahmen der MH Promotion möglich ist.
Wider Erwarten war es am Nachmittag erstaunlich ruhig und frei auf der Strecke. Hier und da ein paar Abflüge, aber im Grossen und Ganzen sehr viel Platz und faires Miteinander. Ich konnte auf Anhieb meine bislang schnellste Rundenzeit um 12 sec auf eine 10:08 verbessern und bin in der dritten Runde bei 9:43 in die Box abgebogen. Man darf also mit Zeiten unter 10 Minuten rechnen. Grosse Freude auf meiner Seite und ein toller Motivationsschub für den Samstag. Da war noch was….das Wetter. Freitag wurden wir mit Sonne verwöhnt sowie trockener Strecke ohne grossflächige Verschmutzungen, einfach top. Wenn das so bleibt, dann würden wir ein tollen Saisonabschluss erleben.
Auch Peter war sehr zufrieden mit dem Auto; beste Voraussetzungen für das Rennen!

Samstag; 24.10.2014, Renntag

5:30 der Wecker klingelt. Oh neee, was ist das? Rückenschmerzen, Kopfschmerzen….mir ging es echt übel. Duschen, könnte helfen. In der Nacht zuvor war es saukalt im Zimmer; sollte ich mich erkältet haben?

6:00 beim Frühstück. Ich musste Christian noch einsammeln, der noch keine Eintrittskarte hatte, sich noch einschreiben musste und auch noch die Fahrerbesprechung absolvieren musste. Um 06:45 am Ring angekommen empfing mich leichter Nieselregen, oder war es Nebel? Lies sich nicht genau erkennen, es war noch zu dunkel :-) !

7:45 ein Bild von Christian bekommen; er war alleine bei der Fahrerbesprechung, hahahaha, Sonderbehandlung. Wird ihm gut tun, dachte ich!
8:20 Christian sass angezogen im Wagen. Es sollte die ersten Runden drehen, denn er hatte das Baby mit dem neuen Setup noch nicht bewegt. Das Wetter sorgte für eine regennasse Strecke, sodass wir die neuen Hankooks ausgepackt hatten. Rundenzeiten waren eher sehr bescheiden, aber das über das ganze Feld verteilt. Wir hatten knapp 40sec Rückstand auf den ersten der V5. Ich wollte als Letzter fahren; vielleicht würde es noch abtrocknen. Peter spulte seine Pflichtrunden ab, keine Verbesserung der von Christian gesetzten Zeit, der sich auch im Regen mit dem neuen Setup bestens zurecht fand.
Ich stieg ins Auto und kaum auf der Nordschleife angekommen goss es wie aus Kübeln. Attacke ging gar nicht mehr und so bin ich einfach die eine Runde rumgerollt und habe das Auto dann wieder in der Box abgestellt. Ich hatte ein Kopf wie ein Rathaus. Wenn mir einer gesagt hätte, ich hätte Migräne, hätte ich es in dem Augenblick geglaubt. Super Voraussetzungen für ein Rennen….und dann noch als erster fahren müssen. Ich hatte doch noch keinen VLN Start absolviert; kann so schwierig ja nicht sein; die Richtung ist klar, der Startplatz wird einem zugewiesen. Auf das Gridschild achten, schön aufreihen und dann los, wenn es los geht.

11:30 Ausfahrt aus der Box. Tolles Gefühl, ein Spalier von Fans die einem zuwinken. Und die kommen alle echt nur, um uns hier im Kreis rumfahren zu sehen. Rein in die Startaufstellung. Platz gefunden. Letzte Handshakes, dann geht es auch schon in die Einführungsrunde. Reifen anwärmen, Bremsen auf Temperatur bringen. Alles wichtig, denn es war NASS!!! Kurz vor der Ausfahrt sagte Bennie mir noch; pass auf, zwischen Aremberg und Bergwerk eine Ölspur. Hatte ich richtig verstanden???? Zwischen Aremberg und Bergwerk? Das wäre nahezu die halbe Nordschleife; was in aller Herrgottsnamen hat soviel Öl an Board, eine solche Spur zu ziehen? Aufklärung in der Startaufstellung. Ein Touristenbus hat Diesel verloren, zum Grossteil auf der Ideallinie.
Na Klasse…..; warum lässt man zwischen Qualifying und Rennen überhaupt noch jemanden auf die Strecke???
Das ganze Ausmaß wurde mir dann auf der Einführungsrunde bewusst. Der Adenauer Forst glich einem Sandkasten. Kann man auf diesem Sand fahren? Abseits der Ideallinie ist es sicherlich noch schmieriger, oder doch nicht? Unsicherheit machte sich breit. Auch nicht gut, wenn man in einem Rennauto sitzt und den Auftrag hat, möglichst schnell um die Kurven zu fahren. Die Marshall`s winkten uns freundlich zu und ich entspannte mich ein wenig. Beschäftigte mich mit dem Aufheizen von Reifen und Bremsen. Der Ziehharmonika-Effekt macht sich am Ende der Startgruppe besonders bemerkbar. Teilweise war ich schon im Renntempo unterwegs, um auch dranbleiben zu können. Zwei Kollegen hatten sich auf der Bus-Spur gedreht und kämpften sich wieder nach vorne. Ich hatte vier oder fünf Autos hinter mir. So, dann Döttinger Höhe, es wurde langsam ernst. Wenn sah ich da in der Tourizufahrt stehen? Den Daniel Spa; thumbs up für mich, danke!

Antoniusbuche; Grid und ein stechender Schmerz im Rücken. Augen zu und durch.

Der Start verlief ereignislos. Der TT Audi war gleich bei Start und Ziel an mir vorbei. Die drei Cup-Astras nach der ersten Kurve. Lediglich ein V6 BMW blieb hinter mir und so sollte das auch in den ersten zwei Runden bleiben. Das Feld entschwand relativ schnell meines Blickes und mir wurde klar, dass ich weder heute die Fähigkeiten noch den entscheidenden Antrieb hatte, übermässig viel zu riskieren. Wir mussten um jeden Preis ankommen, das war oberste Priorität. Peter brauchte noch 8 Runden für die Nordschleifenlizenz und Christian soviel wie irgendwie möglich. Mir reichte, in die Wertung zu kommen. Ich fuhr also so schnell wie möglich und nötig zu gleich. Ende der ersten Runde in die Mercedesarena eingebogen; HALLLOOOOOOOO, wo war denn hier bitteschön die Strecke?

NEBEL und das nicht zu knapp. Das verlief sich aber wieder eingangs Hatzenbachbogen, weiter geht`s. Die abgestreute Ölspur war super schmierig. Daneben war es nicht weniger schmierig, eigentlich nicht wirklich fahrbar und in meinen Augen auch gefährlich. Etliche Aus- und Abflüge bestätigten das dann auch. Höhe Wippermann in der zweiten Runden lief schon die Cup 5 Armada auf mich auf; die hatten mir demnach schon gut 2:30 min eingeschenkt. Na grossartig. Dann Anfahrt Pflanzgarten, rote Flagge. Warum? Kein Funk, stimmt, geht ja erst am Galgenkopf wieder, also abwarten. Gott sei Dank war nichts passiert. Abbruch wegen Nebel. Ganz ehrlich; ich war gar nicht so traurig, denn der Zustand der Strecke war für mich alles andere als spassig. Und ich komme in erster Linie zum Ring, um Spass zu haben und nicht, um mich über den Kurs quälen zu müssen. Ich hasse dieses Wetter, obwohl ich über das Jahr immer besser mit den Bedingungen zurecht gekommen bin, Zumindest bei Nässe dieses Jahr nichts kaputt gemacht und so sollte es auch bleiben. In der Box angekommen kurze Diskussion mit dem Car-Chief Thomas; ich brauchte dringend eine Bio-Pause; “Du bleibst sitzen” war Daniels Ansage; ich bin trotzdem ausgestiegen; der Nebel würde sich so schnell nicht verziehen. In der Einsamkeit des Pausenganges beschloss ich für mich, dass dies die letzten beiden Runden der Saison 2014 für mich sein würden. Mir war auch klar, dass ich damit Häme und Spott ernten würde, war mir aber egal. Wenn das Rennen nochmals gestartet werden würde, würde gerade soviel Zeit übrig bleiben, dass Peter und Christian die notenwendige Anzahl Runden fahren würden können und sich damit der Einsatz in Summe dann doch noch gelohnt hätte.

13:30 grüne Ampel an der Box, auf zum erneuten Start.

Es wurde nach den Zeiten aus dem Quali aufgestellt. Was für ein Riesenglück für die Kollegen Mihm/Eichenberg/Jäger. Sie hatten im Quali etwas Pech und brauchten einen chirurgischen Eingriff in die Fahrwerksgeometrie der rechten Seite ihres M235i Racing. Zum Start des ersten Rennens wurde das Fahrzeug nicht ganz fertig. Jetzt stand es auf dem 7ten Startplatz der Cup5 Klasse im Grid. Was für eine irre Leistung des Teams! Chapeau! Das sollte sich am Ende auch mit Rang drei in der Klasse ausgezahlt haben. Wenn das mal kein Erfolg ist!

14:30 Renntstart

Peter spulte seine Runden ab und ich musste mich doch nochmals aufraffen. Damit ich in der Wertung bin, muss ich eine Runde fahren, denn das Rennen wurde nicht fortgesetzt, sondern neu gestartet. Ende Runde 8 kam Peter in die Box. Es war trocken und ich freute mich tatsächlich auf den kurzen Stint. Mehr als drei Runden sollten es nicht sein. Getankt und los. Reifen frisch und warm, was ging das Gerät! Den Adrenalin Z4 im Nacken lies ich ihn eingangs NOS vorbei und wollte dran bleiben, solange es ging. Schliesslich fuhren die Jungs um Platz 1 und ich wollte nicht im Weg sein. Das lief auch erstaunlich gut. Aber der Z4 hatte in den schnellen Ecken einen unglaublichen Speed. Später stellte sich heraus, dass sie auf neuen Michelins unterwegs waren und die scheinen einen recht ansehnlichen Grip zu vermitteln. Adenauer Forst, das erste Mal quer zur Bahn. Wurscht, wird schon halten.

Dann folgten ab Metzgesfeld bis Steilstrecke 5 Doppelgelb-Phasen; warum? Es fing an zu regnen. Was auch sonst. Ich war ja im Auto und mit Slicks. Hahaha, das passt einfach zu dem Jahr. Eingangs Hohe Acht habe ich dann an die Box gefunkt, dass Christian sich bereit machen möge. Die eine Runde für die Wertung reicht mir und das Schlachtfeld muss ich mir nicht geben. Gesagt getan, gewechselt. Ungläubige Blicke in der Box; “was machst Du eigentlich hier??” fragte mich der Teamchef….. “Nichts kaputt” war meine Antwort :-) !

Christian war in seinem Element. Offensichtlich hatte er richtig Spass im Auto und seine Rundenzeiten wurden immer besser. Mit einer 10:18.618 hat er dann auch seine bisher schnellste Runde in der VLN Variante gefahren, Respekt und das bei den Bedingungen. Ich habe nur gehofft, dass er es auch zu Ende fährt. Als ich ihn dann im Parc Fermé empfangen habe war ich wirklich froh! Ziel erreicht!

Einen super Glückwunsch an die Gewinner der VLN Meisterschaft, dem Team Derscheid sowie der Alzen Truppe mit dem sagenhaften GT40 zum ersten Gesamtsieg!

Meine Saison war von vielen Emotionen geprägt: der unverschuldete Ausfall in Dubai, das erste Mal unter den ersten 50% der Klasse, das erste Mal P3 in der Klasse, das erste Mal VLN fahren, dass Erreichen der 24h Qualifikation…..usw. usw., die Liste wäre viel zu lang.

Ein herzliches Dankeschön, an alle, die das möglich gemacht haben. Ein ebensolches Dankeschön an meine Teamkollegen, die im Laufe des Jahres das Cockpit mir mir geteilt haben und mich immer wieder motiviert haben. Viel habe ich von schnelleren Fahrern gelernt und so langsam kommt Routine hinzu. Ein Danke an das gesamte Team SORG Rennsport. Hier kann man niemanden hervorheben; eine tolle Familie, die ich immer wieder gerne besuche! Ich freue mich schon jetzt auf 2015. In welcher Konstellation wir auf dem Manga-Baby fahren werden ist heute noch nicht raus. Es gibt ein paar Optionen und ich hoffe ganz fest, dass Christian dabei sein wird, denn wir haben immer noch ein gemeinsames Ziel; die 24h vom Nürburgring!

Gruss und schönen Sonntag!

Lars

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