Hitzeschlacht VLN 4 04.07.2015

Es sollte ein super interessantes Wochenende werden, da mit Temperaturen von mehr als 35° zu rechnen war. Eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Hier würde sich wirklich zeigen, in wie weit sich das Training der letzten Monate auszahlt.

Unser Team ist gut aufgestellt; das Auto hat sich in den letzten Jahren als zuverlässiges Tool erwiesen; nicht ein technisches Problem während eines Rennens. Beste Voraussetzungen für ein gutes Resultat.

Leider konnte ich selbst erst am Freitag Nachmittag zum Ring, da ich noch etwas beruflich eingespannt war. Dennoch freute ich mich wie Bolle auf das Training Endlich wieder im Manga-Baby sitzen und ein paar lockere Runden drehen. Mit 136 gemeldeten Fahrzeugen zum Rennen sollte es auch nicht so voll auf der Strecke werden (die Nachteile für die Veranstaltung in Bezug auf die wenigen Starter mal ausser Acht gelassen).
Wir hatten ein paar Taxifahrten im Team zu erledigen (40). Auch das Manga-Baby hatte dieses Mal einen Sitz auf der Beifahrerseite, um zum Einen ein paar “eigene” Gäste zu chauffieren und zum Anderen das Team zu unterstützen. Insgesamt haben wir 7 Fahrten gemacht und ich hatte den Eindruck, dass es allen Gästen grossen Spass gemacht hat. Ich selbst habe drei Runden absolviert und es war ein erster Benchmark für das, was uns am Samstag erwarten würde. Die Fitness passt. Zwar war der Anzug schon einmal durchgeschwitzt, aber keinerlei Ermüdungserscheinungen. Das liess hoffen.

Nach den Taxifahrten stand die Fahrerbesprechung an. Die viel relativ kurz aus, da HJS sich angekündigt hatte, uns über den Stand der Dinge zu den Sicherheitsdiskussionen rund um den Ring auf den letzten Stand zu bringen. Ich möchte das hier nicht weiter kommentieren, da ich auch sonst leeres BlaBla anderer Politiker nicht kommentiere. Es war schlichtweg ohne Worte. Vorteil, wir kamen schnell wieder in die Box zurück.

Ich wollte noch die Stufe “ZWEI” des Videosystems installieren. Sachen ausgepackt, eingebaut…..wo ist das verdammte HDMI Kabel hin???? Wech…..weit wech in Konstanz. Mannomann, einmal mit Profis arbeiten :-) ! Jan war so nett, mir eines mitzubringen, welches ich dann gegen 22:00 Uhr auch noch einbauen konnte. Alles an, Videobild auf dem Rechner. Grossartig! Die Funkverbindung stand und alles lief. Wir werden dann im Quali sehen, wie es letzten Endes funktionieren wird.

Samstag: Raceday

Frühstück bei Tiffany, äh, ne Anneliese, aber sicher genauso gut. Um 5:00 Uhr war die Nacht zu Ende. Ein Kuck-Kuck hatte es sich auf dem Baum vor dem Fenster gemütlich gemacht und fröhlich mit seinem Ruf den Morgen begrüßt und mich dabei versehentlich wach gemacht. Kann man ihm ja nicht übel nehmen; er weiss es wohl nicht besser.

Egal, es war ohnehin zu warm zum Schlafen!

Kaffee, Brötchen, selbstgemachte Marmelade, Rührei, herrlich! So kann der Morgen beginnen.

Auf zur Strecke. Es fing schon an, mächtig schwül zu werden…..

Die Reihenfolge im Quali war klar; Peter würde beginnen, um gleich eine gute Zeit zu setzen, danach entweder René oder ich. Spielte keine Rolle, da wir etwas Material sparen wollten und nicht jedes Mal mit neuen Reifen raus wollten. Die würden wir noch brauchen im Verlauf des Rennens. Peter hämmerte eine 9:45.096 raus, die für Startplatz 3 ausreichend war. Von 10 Startern in der Klasse ein grossartiges Ergebnis. René und ich spulten noch unsere Pflichtrunden ab. Dann Auto in die Box und auskühlen lassen. Videosystem: es funktionierte; lieferte ein tolles Bild in HD-Qualität in die Box, brach dann ab, weil die GoPro überhitzte. Was??? War es so warm im Auto schon nach 3 Runden? Oh weh….vielleicht doch etwas anstrengender am Nachmittag als erwartet….

Die Teamstrategie stand relativ schnell. René würde den Start fahren und wir würden etwas gambeln und Peter zum Schluss auf die Strecke schicken. Meine Aufgabe war damit auch klar gestellt. Die von René herausgefahrene Position halten und nicht zuviel Zeit auf die möglicherweise Führenden zu verlieren, damit Peter am Ende pushen kann.

Startaufstellung 11:30…..es war heiss!

Videosystem lief wieder, es war abgekühlt. Klasse, da würden wir den Start direkt aus dem Auto verfolgen können!
Einführungsrunde Höhe Hohe Acht war es dann leider wieder Schwarz auf dem Bildschirm. Verbesserungspotential. Technik die dennoch begeistert und hoffentlich bald auch für die kleinen Teams zur Verfügung stehen wird!

Der Start verlief toll. René konnte seine Postion 3 halten. Dauernde Positionskämpfe mit den Cayman`s als auch die 330er vom Team Schmickler und Gusenbauer. Runde 4, Position 3, vor uns nur der Prosport Cayman und der Schmickler 330er. Alle anderen Mitstreiter hinter uns und stetig Zeit verlierend. Wir waren damit wirklich konkurrenzfähig. Ende Runde 7 musste der Cayman zum Tanken. Gusenbauer war bereits zurückgefallen und auch der schnelle Thiemann M3 fiel der Hitze zum Opfer. Damit fuhren wir ums Podium. René holte stetig auf den führenden Schmickler 330er auf, der in der letzten Runde vor dem Tanken in Anfahrt zur Steilstrecke das Auto offensichtlich (wie ich auch vor zwei Jahren) beim Anbremsen auf der Bodenwelle verloren hat und sich unsanft am Reifenstapel angelehnt hat. Des Einen Leid, des Anderen Freud; René übergab somit an mich an erster Stelle liegend……na super! Lars, Platz halten hatte es geheissen. PLATZ 1 der V5, hallo, geht`s noch???
Daniel gab mir dann noch mit auf den Weg; “So, lieber Lars, heute musste Dich dann aber mal ein bisschen lang machen!” Grossartige Motivation und so gar nicht Druck aufbauend, lol :-) !

Egal, René kam rein, ich ins Auto; ich war heiß! …..stimmt, nicht nur des Rennens wegen, es war unsagbar heiss in dem Auto! Die Suppe lief mir schon in den ersten Sekunden beim Tankstop herunter. Das würde also sicher anstrengend werden. Raus auf die Strecke. Attacke, Attacke!
Schon in meiner zweiten Runde bemerkte ich in jeder Linkskurve eine Vibration rechts vorne, die zunehmend dramatischer wurde. In meiner dritten Runde dachte ich schon im Schwedenkreuz und der Mutkurve, dass mir vorne gleich was wegfliegt. Es fühlte sich ein wenig an wie Pickup, aber nicht so richtig. Was macht man da? Ende Runde drei funkte ich an die Box, ob ich reinkommen soll. Klar, es ist am Ende meine Entscheidung als Fahrer. Das Auto fuhr, es bremste, benahm sich nicht komisch, es waren halt “nur” diese Vibrationen. Unterdessen war ich mit den zwei Caymans beschäftigt. Es hat super Spass gemacht. Wir können absolut mit diesen Autos mithalten. Sie haben nur beim Rausbeschleunigen einen Vorteil, da sie schneller schalten können. Auf der Bremse sind wir besser. Die Entscheidung in die Box zu kommen, wurde mir Ende Start Ziel, den BF Cayman vor der Nase, beim Anbremsen der Kurve 1 schnell abgenommen: die Bremsscheibe verabschiedete sich mit einem lauten Knall. Gott sei Dank ist das an dieser Stelle passiert, wo es reichlich Auslaufzone gibt…..ich hatte noch Glück, den Cayman nicht abzuräumen…..zurück in die Box. Vorwärts rein gefahren, selten ein gutes Zeichen, nur für die, die in der Nachbar-Box stehen…..

Die Crew schaute ungläubig ins Radhaus! Eine gebrochene Bremsscheibe hatte man bis dahin noch nicht gesehen. Aber es gibt ja immer ein erstes Mal…., muss das denn heute sein? Damit war das Rennen ums Podium gelaufen; shit; wir waren so nah dran!!!
Die Jungs haben einen tollen Job gemacht und alles schnell wieder zusammen gebracht. Danielle und Tobi fächelten mir während der Standzeit kühle Luft zu, die aber eigentlich gar nicht kühl war :-) Die Bremse funktionierte danach besser als vorher. Also war irgendwas mit dieser Scheibe nicht i.O.. Wir werden noch etwas untersuchen, um ein generelles Problem auszusortieren. Vielleicht kann man hier nochmals die Diskussion zur Performance-Bremse in Gang bringen, die ein echter Sicherheitsgewinn wäre.

Die Runden danach liefen gut. Ich konnte die Zeiten der Spitze annähernd mitgehen. Unser Plan hätte damit gut funktionieren können. Fitness passte auch. Mittlerweile saß ich 70min im Auto und das Trinken neigte sich dem Ende zu. Super; brauche ne grössere Flasche beim nächsten Mal wenn es so heiss ist! Dann passierte es; ich hatte schon in der Rechtskurve am Flugplatz das Gefühl, dass hinten Rechts etwas nicht mit dem Reifen passte. Leichtes Übersteuern; das kenne ich von dem Auto nicht. Anfahrt Schwedenkreuz mit etwa 240km/h auf dem Tacho über die Kuppe und dann beim Einlenken in die Links hinten Rechts ein BOOM und der Reifen war dahin! Ganz schön spannend, schon wieder das Auto fangen zu müssen. Ist aber alles gut gegangen. Ich bin dann bis Breitscheid gehumpelt und das Team hat sich dann mit einem Reifen auf dem Weg gemacht. Fast parallel sind wir dort angekommen. Ich musste nur gut fünf Minuten warten und dann durfte ich selbst den Reifen wechseln. Man war das heiss! Helm wieder auf und raus auf die Piste. Nun war definitiv alles verloren. Zumindest wollten wir das Rennen noch mit Anstand beenden. Nach ziemlich genau 100min und wohl einigen Kilos weniger durfte ich dann das Auto an Peter übergeben, der dann die letzte Stunde in Angriff genommen hat. Auch Peter`s Zeiten zeigten, dass wir in der Spitzengruppe mitfahren können. Das lässt für das nächste Rennen hoffen.

Wie sagte Schwarzenegger so schön: I`ll be back!

Danke an Alle für die Unterstützung und das bei den Wetterverhältnissen! Es gebührt allen allerhöchsten Respekt, sich so ins Zeug zu legen! Wahnsinn! Vielleicht wird es ja dieses Jahr nochmal was mit dem ersten VLN Podium; dann würden wir den Jungs wenigstens etwas für ihre Mühen zurück geben :-) !

Gruss in die Runde!

Lars

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