RCN 5 12.07.2014 “Preis der Erftquelle”

Preis der Erftquelle; das haben die Veranstalter wohl zu wörtlich genommen :-)! Quelle…..die Eifel hat sich mal wieder von Ihrer besten Seite gezeigt und die Schleusen der Regenquelle geöffnet. Es war alles vorhanden; trockene Abschnitte auf der Strecke, leicht feuchte Stellen bis hin zu Bächen, die über die Strasse liefen oder auch hoch stehendes Wasser auf der DöHö, welches leider ein paar Kollegen zum Verhängnis wurde.
Das war ein Rennen, aus dem man viel mitnehmen konnte……wenn man es denn zu Ende gefahren hat!

Christian und ich waren nach unserem Coaching hoch motiviert und haben auf trockene Bedingungen gehofft, damit wir das Gelernte auch gleich umsetzen würden können. Das sollte allerdings nicht wirklich funktionieren. Die GLP startete schonmal eine Stunde später auf Grund von Nebel und der folgende Blick auf das Regenradar verhiess nichts gutes; Regen ab 13:15, also eine Viertelstunde nach geplantem Rennstart; was macht man da? Richtig, rumschauen, wie die Konkurrenz losfährt. Alle auf Slicks…., also wohl auch wir, obwohl ich mir sicher war, dass die Vorhersage stimmen würde und für mich ganz persönlich die Regenreifen die bessere Wahl sein würden.

Der Rennleiter erklärte uns dann bei der Fahrerbesprechung, dass wir Ende der Setzrunde zum Reifenwechsel kommen könnten und die max Setzzeit von 14:00min zwar Bestand haben würde aber die Überschreitung derselben keine Folgen in Form von Strafpunkten nach sich ziehen würde. Das war eine faire Geste! Danke an dieser Stelle! Unser Spion Jörg aus der GLP meldete eine trockene Strecke: also auf zur Startaufstellung mit Slicks. In der ersten Runde ging das auch noch alles recht ok; klar, war ja die Setzzeit, also ohne grossen Druck. Alle machten langsam und ich peilte eine Zeit um die 12:30 an, denn sollte es später stärker Regnen, dann ist das auch noch mit Slicks zu machen, ohne zu grosses Risiko zu gehen….
Setzzeit 12:29….gut getroffen.
Dann auf in die erste Sprintrunde: 13.15 Uhr…..REGEN und zwar nicht zu knapp. Vom Adenauer Forst bis zur Eiskurve nass und Lars auf Slicks, echt klasse dachte ich so bei mir. Ich hasse Regen sowieso wie die Pest und dann noch auf Slicks, na das konnte ja was werden. Hier zeigte sich aber, dass das Coaching mit Markus schon viel gebracht hatte. Auto rollen lassen, wenig bremsen, wenig starkes Beschleunigen. Ging eigentlich ganz gut. Das Auto rutschte natürlich herrlich über alle vier Räder, war aber dennoch gut beherrschbar.

Wohl war mir aber trotzdem nicht. Das Zugeständnis der Rennleitung hatten wir nicht genutzt. Der Funkverkehr wurde reger und ich wollte wissen, was die anderen machen. Nur Kollege Büllesbach aus der V5 kam in die Box, um sich Regenreifen zu holen. Ich entschied mich dann, das Gleiche zu tun. Ich wollte das Risiko nicht eingehen, das Auto weg zu werfen und Christian dann seinen Stint kaputt zu machen. Wenn wir durchkommen konnte trotzdem eine gute Platzierung dabei rauskommen.

Nachdem ich dann die Regenreifen drauf hatte konnte ich auch ein wenig attackieren. Neue Dunlops funktionieren erstaunlich gut und das Gefühl für das Auto wird von Runde zu Runde besser. Leider machte dann eine 3 Runden andauernde Doppelgelbphase auf der DöHö meine Pläne zunichte, die im Boxenstopp verlorene Zeit wieder gut zu machen. Es standen soviele Marschals auf der Strecke; selbst 60 zu fahren schien mir hier deutlich zu schnell zu sein. Ich verlor also pro Runde gute 80 Sekunden auf die im AIM angezeigte “predicted Laptime”, die Ausgangs Galgenkopf noch eine 9:34 angezeigt hatte. Später auf die Zeitentabelle geschaut hatte ich es mit dem langsam Fahren wohl deutlich übertrieben. Dennoch, ich fühlte mich dabei einfach besser. Andere schränkte die Gelphase offensichtlich zu sehr ein und überholten…..manchmal ist so eine Heckkamera doch sinnvoll….von mir nur Unverständnis; mehr muss man dazu nicht sagen!

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle Helfer auf und an der Strecke, die sich trotz der widrigen Umstände immer wieder Samstag für Samstag für uns dort hinstellen und einfach einen guten Job machen! Grosser Respekt!!

Mein Stint neigte sich dem Ende entgegen und ich konnte trotz der 4min Verlust durch den Boxenstopp an Christian auf Platz 7 liegend übergeben. Wir haben den Fahrerwechsel dann einfach in der Tankschlange gemacht, da das Auto ja schon auf Regenreifen weilte. Eigentlich auch für die Zukunft keine schlechte Idee; man verliert quasi keine Zeit.

Dann wurde es richtig spannend: unser Ziel, unter die ersten 50% zu kommen, konnte nur gelingen, wenn Christian ein kleines Feuerwerk abbrennt und pro Runde 15-20 sec auf die Vorderleute gut macht. Die Setzzeit wurde auch von Christian perfekt bestätigt, also keine Strafpunkte! Das war schonmal super. Christian begann mit einer sehr respektablen 10:38; die anderen waren nahezu gleich schnell.
Dann konnte er sich stetig pro Runde um 8-10 Sekunden steigern, um die letzte Sprintrunde mit einer 9:59 zu beenden. Für die Witterung und unseren Erfahrungsstand eine super Zeit! Kurz vor Ende der Runde kam dann ein Funkspruch; “Bennie, ich weiss jetzt, warum die Mutkurve Mutkurve heisst …..”. Klar, Attacke bedeutet auch im Regen am Limit und manchmal darüber hinaus.

In der Kurve wurde es wohl eng, aber Christian hat es gut gefangen! Mitfiebern in der Box ist gleichermassen anstrengend wie selbst im Auto zu sitzen…..Fazit; Christian war voll bei der Musik und konnte die Pace der Spitze mitgehen. Das lässt für die Zukunft hoffen!

Unsere ärgsten Gegner auf den 5ten Platz waren Klaus und Carsten auf dem BF-Z4. Am Ende haben sie leider das Rennen gemacht und uns blieb nur der undankbare 6te Platz. Schade, denn wir hatten im Rahmen unserer Möglichkeiten das Beste gegeben. Es reicht eben noch nicht. ABER, wir haben nichts kaputt gemacht und das Auto heile in den Parc Fermé gestellt. 108 von 166 gestarteten taten es uns gleich. Andere hatten leider weniger Glück. Ich hoffe, es ist keiner ernsthaft bei den Abflügen zu Schaden gekommen; andere haben ihre Fahrzeuge offensichtlich einfach abgestellt, da sich nichts weiter riskieren wollten oder wurden nicht gewertet, da sie die Maximalzeit überschritten hatten.

Rückblickend betrachtet können wir also eigentlich ganz zufrieden sein.

Ich persönlich habe mich weiter bei Regen verbessert und komme immer besser mit dem rutschenden Auto zurecht. Und Christian hat einen super Job abgeliefert! Er sah echt zufrieden aus nach dem Rennen, wenn auch ganz schön kaputt! Anstrengend so eine Rennerei. Also für uns ein gutes Ergebnis; ok, es hätte besser sein können, wenn ich den taktischen Fehler am Anfang nicht gemacht hätte…..aber sei es drum!

Jetzt ist die Pause leider relativ lang für mich. Der Sommerurlaub fällt genau in die nächsten zwei RCN Rennen. Daher wird Christian RCN 7 alleine fahren und RCN 6 lassen wir ganz aus.
Wir drücken dann den Meisterschaftsanwärtern alle Daumen in der Zwischenzeit!

Danke auch an Danielle, Bennie, Nico und Heiko, die uns wieder super unterstützt haben und wie immer war das Auto von SORG Rennsport super vorbereitet!

Gruss,
Lars

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