RCN 3h Rennen Schwedenkreuz 19.10.2014

Ich hatte noch eine Rechnung mit diesem Ereignis offen, nachdem ich letztes Jahr den E46 unsachgemäss im Hatzenbach in die Leitplanke befördert hatte….das nur mal so als Einstieg zur Info :-) !

Herbststimmung!

Die letzte Veranstaltung im Rahmen der RCN sollte bei bestem Wetter über die Bühne gehen. Das versprach zumindest die Wetter-App. Auch die Anfahrt fand dieses Mal bei strahlendem Sonnenschein statt und das sollte wohl auch so bleiben. Am Ring angekommen stattete ich erstmal Ralph einen kurzen Besuch ab. Der war etwas geknickt, hatte es doch haufenweise Sperrungen über den Tag gegeben und auch hier und da etliche Totalverluste. Das Wetter war zwar sensationell, die Strecke aber blieb über den ganzen Tag an vielen Stellen feucht. Das wurde wohl von vielen Touris unterschätzt, was zu diversen Schäden führte. Nunja, das könnte ja genauso auch am Sonntag so sein; also darauf einstellen und Vorsicht walten lassen. Markus äusserte sich ähnlich und mahnte zur Achtsamkeit!

In der Box angekommen strahlte mich das Baby schon frisch gewickelt und gepudert in erster Reihe stehend an. Schönes Bild.

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Die technische Abnahme war auch schon gemacht, fehlten nur noch unsere Unterschriften. Wer ist denn nun “unsere”? Nachdem ich in der RCN Gruppe nach einem Fahrerkollegen für das 3h Rennen gesucht hatte, hatte sich am VLN Wochenende ein Fahrerkollege aus den SORG-Reihen bei mir gemeldet, den ich schon des öfteren in der RCN getroffen hatte. Klasse dachte ich; ein junger Teamkollege, der schon in der RCN gute Leistungen abgeliefert hatte. Patrick Kolb, dessen Vater auch in der VLN mit einem Cup-Porsche in Gentlemen-Manier unterwegs ist, würde mich auf dem Manga-Baby ergänzen. Könnte eine schlagkräftige Truppe sein.

Als die Starterliste rauskam dachte ich mir allerdings, dass es schwierig werden würde, ein gutes Ergebnis abzuliefern. Die Konkurrenz war stark und insgesamt 9 Autos wurden genannt. Alles was besser als Platz 7 wäre wäre ein wirklicher Erfolg! ……wir sind ja nicht zum Kaffeetrinken hier!

Wir waren früh mit den Vorbereitungen fertig, sodass wir noch entspannt pizzalienisch essen gehen konnten. Dann zur Anneliese und die Nachtruhe geniessen, denn es sollte am nächsten Morgen um 07:15 bereits zur Fahrerbesprechung gehen.

19.10.2014, Sonntag, Raceday:

Aufgewacht, der Blick aus dem Fenster => wie, kein Nebel? Sternenklar? Das Wetter musste wirklich kaputt sein….
Auf zur Strecke und pünktlich mit Kaffee bewaffnet zur Fahrerbesprechung. Überall müde, aber glückliche Gesichter. Man freute sich ob des Wetters. Könnte ein schöner Renntag werden.

Quali um 08:00 Uhr. Sonne am Himmel, Regen (Reifen) auf den Fahrzeugen. Es war tatsächlich so nass auf der Strecke, dass wir mit Regenreifen losfahren mussten. Patrick würde die erste Besichtigungsrunde fahren, da er das Auto noch nicht kannte. Da schadet der ein oder andere KM mehr nicht wirklich. Er kommt zurück und meldet, alles nass, oder eher schmierig….Erinnerungen an das letzte Jahr wurden wach. Da war es auch schmierig. Macht nichts, rein ins Auto und losgefahren. Es war schmierig. Der GP-Kurs war trocken, ab Eingang NOS war es feucht, schmierig, nass….egal wie, fahren machte keinen wirklichen Spass. Es war auch für die Regenreifen nicht nass genug, sodass ich entschied nach der gezeiteten Runde wieder in die Box zu kommen und abzuwarten, ob es vielleicht trockener werden würde. Wir beschlossen dann, gar nicht mehr zu fahren. Es sollte zwar nach Zeiten, aber in Klassen aufgestellt werden. Wir würden also als Letzter in der V5 starten; egal, räumen wir das Feld eben von hinten auf.

Startaufstellung:

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Alle waren gespannt darauf, ob sich das Chaos der Startaufstellung aus dem Vorjahr wiederholen würde. Dem war absolut nicht so; grosses Kompliment an die Orga; alles lief reibungslos ab. Dann die Ernüchterung; es wurde nach Zeiten aufgestellt, aber nicht innerhalb der Klassen……wir fanden uns also inmitten anderer Mitstreiter ganz hinten in der Startgruppe wieder. Der Grossteil der V5 stand weit vorne….ergo, wir hatten verwachst. Wie doof aber auch! Vorher mal die Ausschreibung genau lesen, dann passiert das nicht. Startplatz irgendwo um Platz 90 – 100. Hätte hätte Fahrradkette; konnte man nicht mehr ändern!

Rein in die Besichtigungsrunde. Perlenkette mit Unterbruch! Leider hatte einer der Kollegen den Anschluss an das Feld verloren, sah man schon auf Höhe Flugplatz, dass wir quasi als Sonderstartgruppe losfahren würden. Christian sagte mir noch vor dem Rennen, Reifen und Räder schön warm machen. Wo es ging fuhr ich zick zack über die ganze Runde. Ging aber nicht überall; es war schmierig und zwar über gut die Hälfte der Strecke. Vor allen Dingen an schnellen Passagen wie Fuchsröhre, Spiegelkurve, Laudakurve, Kesselchen, Pflanzgarten, Bellof-S. Es würde sich schnell die Spreu vom Weizen trennen; nur nicht hastig werden dachte ich.
An der Antoniusbuche angekommen sah ich das GRID Schild. Die Gruppe vorne scheint schon losgeschickt worden zu sein und etwa 20 Fahrzeuge im Hinterfeld mühten sich ab, noch ein Grid hinzubekommen. Also Attacke!
In der Hohenrain-Schikane ging das allerdings nicht, da der linke Teil der Strecke eher einem Bauplatz glich als einer schön sauberen Rennstrecke. Hatten die “Oldis” wie im letzten Jahr wieder etwas Inkontinenz :-) ! Das war anderen Teile der Strecke ebenso; muss man mit leben und vorsichtig sein.

Video Startrunde (immer schön vorsichtig :-) !!):

Auf der Start-Ziel-Geraden angekommen freute ich mich dann über warme Reifen und Bremsen. Ich würde sicherlich den ein oder anderen Mitstreiter überholen können. So kam es dann auch. Beim Anbremsen auf die Kurzanbindung war der erste V5-Konkurrent fällig. Klasse dachte ich, geht doch! dann sah ich Jochen im gelben M3 vor mir. In der Anfahrt zum Bergwerk machte er mir mehr oder weniger bereitwillig Platz. Faire Geste, denn ich war definitiv schneller unterwegs. ABER, meine Güte war das ein Eiertanz. Schon bei der Einfahrt in den Hatzenbach dachte ich mir, oh je…nicht schon wieder. Aber über das Jahr hinweg hatte ich genug Übung, um mit den Bedingungen fertig zu werden. Die Reifen waren warm und hielten erstaunlich gut auf dem rutschigen Untergrund.

Unsere Strategie sah vor, dass ich 4 Runden fahren würde, dann Patrick einen langen 8 Runden Stint und ich am Schluss nochmals 4 oder 5 Runden bis ins Ziel. Erstmal die ersten 4 Runden hinter sich bringen. War nicht einfach. Schon in der Anfangsphase viele Gelbphasen, sogar viel Doppelgelb. Auch hier hielten sich die Teilnehmer an das Wort vom Chef doch trotz fehlender Code 60 Regelung langsam zu machen. Es wurde anständig gefahren! Danke an der Stelle an die Mitstreiter.

Es machte unglaublichen Spass, hier und da ein Fahrzeug zu überholen. Es ging um Positionen und nicht nur um die Zeit. Unser Ziel war es, doch wenigstens in die Top 50 zu fahren.

Fahrerwechsel: Vater Kolb klopfte mir auf die Schulter. Ich war froh, das Auto heile in die Box gebracht zu haben. Ich übergab Patrick an 4. Stelle in der V5 liegend das Auto. Nicht schlecht gelaufen….aber, es gab immer noch viele feuchte Stellen, die ich Patrick mit auf den Weg gegeben hatte. Manches Mal hat mich das DSC vor einem Abflug bewahrt, vor allen Dingen im Kesselchen war es extrem unangenehm, da genau im Scheitelpunkt der Kurve die Strecke nass blieb.

Patrick fuhr eine schnelle Runde nach der anderen und konnte die Zeiten der Spitze mitgehen. Er holte stetig 15-20 sec auf den Dritten der V5 pro Runde auf. Die Jungs auf dem anderen 330 Coupé hatten wir in dieser Saison noch nicht geschlagen; sollte das heute gelingen und wir tatsächlich Dritter werden? 7te Runde für Patrick; er kam als Dritter über Start-Ziel und hatte noch eine Runde vor sich. Würde er genügend Vorsprung rausfahren können, dass wir auch nach dem Boxenstopp noch vor den Kollegen wieder auf die Strecke fahren würden?

Wir waren mittlerweile auf Platz 68 im Gesamtklassement angekommen. Es lief alles perfekt, ausser der Funk…Patricks Headset ging nicht. Wir konnten ihn verstehen, er uns nicht; ist wohl beim Einsteigen aus dem Ohr gerutscht! Bennie wedelte an der Boxenmauer mit dem Pfeil. Hoffentlich würde Patrick das sehen und nach der 8ten Runde reinkommen. Falls nicht würde wir ihn dann Höhe Touristeneinfahrt ohne Sprit liegen bleiben sehen. Er kam rein. Immer noch Dritter. Vorsprung auf den Vierten nicht ganz klar.
Fahrerwechsel, Tanken und los. Rein in die Mercedesarena, da sah ich formatfüllend im Rückspiegel das Coupé. Boahhhh, kalte neue Slicks auf der Vorderachse und der Konkurrent direkt im Nacken. Ich wollte diesen Platz um Alles in der Welt nicht mehr hergeben!

Ein schöner Fight über die ganze Runde, den ich Eingang Galgenkopf dann verloren hatte. Ich war einen kurzen Augenblick unaufmerksam, schon bei der Ausfahrt kleines Karussell. Der Next E90 setzte sich auf dem kleinen Bergaufstück neben mich; im Schlepptau das Coupé. Ich musste dann im Galgenkopf aussenrum und verlor so den ganzen Speed für die Döttinger Höhe. So eine *******!!
Na wartet Buben! Ich wusste, dass mein Auto gut geht und im doppelten Windschatten würde ich sicherlich wieder aufholen und auch überholen können!

Bilsteinbrücke und ich war an beiden wieder vorbei. Jetzt hiess es durchbeissen und kämpfen, Vorsprung rausfahren, alles was geht! Schon in der Einfahrt zur NOS hatte ich einen beruhigenden Vorsprung auf das Coupé, nur der Udo hing mir im Nacken. Wir hatten in der Folge drei Runden lang riesig Spass miteinander. Ich musste nicht das letzte Risiko gehen, der Vorsprung auf den Vierten wuchs stetig und war vor der letzten Runde auf knapp 30 sec angewachsen. Die konnte ich dann entspannt “ausrollen. Als ich in der letzten Runde auf Höhe der Tourizufahrt das Coupé aus dem Galgenkopf kommen sah war klar, dass es reichen würde. Auf Start-Ziel angekommen habe ich mir erstmal ein Loch in den Bauch gefreut. Dritter und das bei der Konkurrenz! Tolles Ergebnis!!!

Die Freude währte aber nicht wirklich lange. In der Box angekommen dann die Ernüchterung. Wir sind “nur” Vierter…..was war passiert? Marc`s Transponder sponn wohl während des gesamten Rennens und er wurde dann auf P2 hochgewertet. Naja…das kann man nachvollziehen. Wenn er keinen TD hat, ist er einfach schneller. Ein Blick auf die Rundenzeiten sagte uns allerdings, dass wir wirklich gut unterwegs gewesen sind. Wären wir auch vorne in der Statgruppe mitgefahren, hätten wir sicherlich auch um das Podium kämpfen können; so blieb uns nur Platz 4. Aber, ich muss sagen, dass ich mehr als zufrieden mit uns bin! Wir haben im Rennen alles richtig gemacht und nach hartem Fight sogar das erklärte Ziel mit Platz 48 erreicht. UND….viel wichtiger, wir sind überhaupt angekommen. Es hat wieder viele schwere Unfälle gegeben; Gott sei Dank ist niemand zu Schaden gekommen, aber man muss ich der Gefahr immer bewusst sein. Langsam bekomme ich mehr und mehr Routine und auch die widrigen Umstände machen mir nicht mehr so viel aus!

Auch ein Riesenkompliment an Patrick, der einen erstklassigen Job abgeliefert hat! Das Auto scheint im zu passen, denn er war auf Anhieb sehr schnell unterwegs und ich alter Sack hatte Mühe, die schnellste Runde im Team zu fahren ;-) ! Vielleicht können wir das im nächsten Jahr wiederholen ??!!

Danke auch an das Team SORG Rennsport! Es war eine tolle Saison, mit tollen Menschen und unglaublich viel Spass und Freude an der Rennstrecke. Ausbruch aus dem Alltag! Ich freue mich jetzt schon auf die RCN/VLN Saison 2015. Wie sich das gestalten wird, ist noch völlig offen. Unser Ziel, das 24H Rennen, können wir im Team vielleicht in 2015 wegen der neuen Lizenzregelungen nicht erreichen. Dann muss es eben 2016 sein! Schauen wir mal, wie der Kaiser so schön sagt!

Ich würde mich freuen, wenn sich noch der ein oder anderer Fahrer für 2015 finden lassen könnte. Gerade für die VLN wäre das eine klasse Sache!

Gruss und eine gute Zeit über den Winter! Jetzt geht es noch einmal zum Ring; VLN 10 steht an. Drückt uns die Daumen!

Gruss,

Lars

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