RCN 2 10.05.2014 “Döttinger Höhe”

RCN, oder auch Regen Challenge Nürburgring. Das wäre eigentlich eine gute Überschrift für den zweiten RCN Lauf gewesen. 5 Wochen schönstes Wetter in der Eifel und 3 VLN Läufe bei Traumwetter. Klar, wenn wir kommen, dann muss es wieder grau sein am Himmel; grmmmppffff.
Peter sagte; “Wenn`s von Belgien kommt, dann wird`s regnen!”….und es sollte regnen!

Wie immer kam ich am Freitag Nachmittag am Ring an, damit wir pünktlich die technische Abnahme machen können und uns bei einem gemeinsam Abendessen auf den folgenden Tag vorbereiten können.
Den Nachmittags-Kaffee bei Anneliese habe ich dieses Mal ausgelassen; ich wollte schlafen! Daniel und Bennie haben momentan soviel um die Ohren, dass sich die pünktliche Anreise an den Ring etwas schwieriger gestaltete und wir es bei dem Abendessen beliessen. Bei Anneliese übernachteten noch ein paar von den anderen Wahnsinnigen; den Matschläufern. Ihre Teilnahme beruhte auf einem gemeinsamen Geburtstagsgeschenk an einen eher unsportlichen Kameraden. Aufgestachelt von einem Marathonläufer haben sie sich zu viert überreden lassen, diesen Blödsinn mitzumachen. Klar wer am Ende nicht dabei war; der Anheizer musste kurzfristig für einen Kollegen einspringen und konnte so nicht zum Ring. Sie nahmen es mit Humor…..hätte sie gerne am Samstag Abend gesehen :-)

Samstag Morgen: 07:00 Uhr Frühstück nach einer ruhigen Nacht. Ordentlich Kohlehydrate tanken, damit genug Energie im Körper ist. 08:30 zur technischen Abnahme. Die kleinen Blessuren von der Rempelei beim letzten VLN auf der Beifahrerseite sind nahezu verschwunden. Mit Scheuermilch und Beulendoktor. Sieht alles gut aus! Das Auto wie immer top vorbereitet. Darauf kann man sich bei SORG Rennsport einfach verlassen. Schnell noch die neuen Halterungen und Dauerstrom für die Kameras montiert.

Ein paar nette Begrüssungen und Small Talks mit den Mitstreitern. Tolles Umfeld diese RCN.

Der Blick zum Himmel, erste Regentropfen. Christian als Startfahrer musste sich entscheiden, welche Reifen er denn nehmen würde. Ok, es sollten Regenreifen sein, also drauf damit.
11:45 => es blieb trocken…..Slicks! Sorry, aber die Jungs mussten halt nochmals wechseln. 12:15 Regentropfen auf der Scheibe; wir bleiben auf Slicks wie alle anderen auch.
Noch kurz ein Fototermin mit Patrick wahrgenommen, dass wir ein paar nette Bilder vom neuen Anzug für Peter haben.
Dann Christian angeschnallt und auf in die Startaufstellung.
Start pünktlich um 12:30.

Auf dem Weg zur T13 immer wieder mal das Regenradar gecheckt; wenn`s von Belgien kommt……man erinnere sich. Der Blick gen Westen; dunkel, sehr sehr dunkel. Aber das Radar sagt, dass es vor 13:30 nicht regnen soll. Christian durfte die Bestätigungsrunde dennoch nicht zu flott setzen, denn sollte es wirklich regnen, muss ich im zweiten Stint die Zeit auch bestätigen können. Eine 11:17 war dazu eine gute Grundlage wie sich später herausstellen sollte.

Ende der zweiten Runde kam Dieter Weidenbrück rein, um sich Regenreifen zu holen. Regnete es schon? Einige andere kamen auch. Wir blieben auf Slicks. Christian sagte, es sei trocken; also war es wohl eine Fehlentscheidung von Dieter. Christian fuhr ordentliche Zeiten in den Sprintrunden und traf auch die Setzzeit genau. Alles richtig gemacht! Nachfolgend die Sprintrunde nach der Setzzeit. Ganz schön was los!

Mitte der 6. Runde fing es dann richtig an zu regnen und Christian kam zum vorzeitigen Boxenstop. Schnell auf die Dunlop Gummis gewechselt, getankt und dann hatte ich zwei Runden Zeit, mich an die Regenbedingungen zu gewöhnen, bevor ich die Setzzeit bestätigen musste. Regen aus Belgien fällt vorzugsweise in der Eifel vom Himmel; heute mal so richtig. Das Wasser stand überall auf der Strecke.

ICH BIN KEIN REGENFAHRER….nein, wirklich nicht. Ich glaube, dass ich mit meinem Strassenfahrzeug und Allrad schneller um den Kurs bei Regen fahren kann, als mit dem Renner. Es liegt wohl in erster Linie daran, dass einfach die Erfahrung und das Gefühl fehlt und ich für mich nicht sagen kann, wann der Grip abreisst. Ich hatte anschliessend noch 5 Sprintrunden Zeit, dass zunehmend zu testen. Die Zeiten wurden dann auch immer schneller. Ich wollte natürlich auch nichts kaputt machen….nächstes Wochenende ist VLN und die Jungs brauchen das Auto :-) ! Also alles schön langsam angehen lassen. Leichte Motivationsschübe aus der Box, ich solle doch mal 10sec schneller machen, halfen natürlich auch. In der letzten Sprintrunde habe ich mich dann auch selber im Auto angeschrieen. Das konnte ja nicht angehen, dass ich so weit hinter der Spitze auf dem Kurs rumeiere. Dennoch, To finish first, you have to finish first….

In der dritten Sprintrunde habe ich dann auch noch Probleme mit der Lüftung bekommen. Die Scheibe beschlug von innen und nicht nur die, sondern auch meine Brille. Zusehends im Blindflug unterwegs entschied ich mich dann, die Brille von der Nase zu nehmen. Musste auch ohne gehen. Die Scheibe wurde dann auch wieder freier und ich konnte das Schlachtfeld besser sehen. Teilweise verschwommen; hmmm, wohl doch mal mit Kontaktlinsen probieren? Schauen wir mal. In meiner Bestätigungsrunde überholte mich unser M3 SP6 mit Kollege Patrick Kolb am Steuer. Spannend, ob ich da dran bleiben kann. Die jungen Kerls kennen ja kein morgen….

Eben in besagter dritten Sprintrunde konnte ich den M3 dann auf der Anfahrt zur hohen Acht überholen. Ein kleiner Erfolg, grins…wenn ich auch sonst vieeeel zu langsam war. Eine Runde später verlor Patrick den M3 leider bei Ex-Mühle und konnte das Rennen nicht beenden. Kurz zuvor hatte er mich wieder überholt. Schade, ich hätte den beiden die Zielankunft wirklich bei ihrem ersten Einsatz gegönnt. Es lief ja eigentlich ganz gut.

Immer wieder mal auf die Instrumente geschaut sah ich auch nahezu in jeder Kurve dieses kleine DTC Zeichen aufblinken. Ein recht untrügerisches Zeichen, dass die Elektronik am Heck doch einiges zu werkeln hatte. Beim Anbremsen aus den schnellen Passagen in die langsamen Kurven hatte ich immer wieder gröbere Probleme; das Auto rutschte extrem über die Vorderachse. Bremspunkt nicht gut gesetzt? Arbeitet das ABS nicht ordentlich? Keine Ahnung, da muss man mal in die Daten konsultieren. Ein paar nette Rutscher in der engen Kallenhard Rechts sowie eingangs Brünnchen hatte ich auch. Alles beherrschbar, wenn man weiss, wie und wann das Auto rutscht. Es muss unbedingt mal ein Trackday auf einem GP-Kurs her, dass wir die Grenzen besser kennen lernen. Auf der NOS macht das vielleicht nicht unbedingt Sinn; endet schnell in den Planken, wie bei vielen der Mitstreiter auch wieder bei diesem Lauf.

Gegen Ende des Rennes wurde die Piste sogar hier und da trocken, ich wollte aber die Regenreifen nicht ruinieren und suchte mir die nassen Stellen, um die Reifen stetig kühl zu halten. Ich denke, ein weiteres Regenrennen können wir mit den Pneus noch in Angriff nehmen!

Zunächst wünsche ich mir aber mal für den nächsten Lauf in zwei Wochen trockenes Wetter. Ich möchte endlich wissen, wo wir im Trockenen stehen. Kann ich die Zeit aus dem letzten Jahr bestätigen, oder habe ich irgendeine Blockade im Kopf….direkt neben dem Nagel :-)!

7ter der Gruppe, 49ter im Gesamtklassement. Von 160 Gestarteten unter den ersten 50% der Angekommenen….so schlecht nicht. Dennoch war ich persönlich von meiner Leistung etwas enttäuscht. Ich hatte mir mehr vorgenommen. Aber man muss sich eingestehen, dass auf Biegen und Brechen auf der NOS nichts zu holen ist. Schon gar nicht, bei den Bedingungen. Insofern kann ich eigentlich ganz zufrieden sein. Nicht letzter der Klasse geworden, alles ganz und gesund und wieder etwas dazu gelernt. Wie sagte Strietzel Stuck einst: man braucht drei Dinge auf der Nordschleife…..Runden, Runden, Runden; wie Recht er damit hat! Selbst meine knapp zweitausend Runden als Instruktor Anfang der 90ziger helfen mir im Renntempo bei Regen einfach nur so weit, die Box wieder zu finden; mehr aber auch nicht! Es braucht Erfahrung und die kommt nur und ausschließlich im Renntempo. Langsam an die Grenze rantasten; genau das, was ich damals immer allen ambitionierten Sportfahrern gepredigt habe…

In diesem Sinne auf zum nächsten Lauf; ich kann es schon jetzt kaum erwarten. Christian und ich bleiben hochmotiviert und sind fokussiert auf unser grosses Ziel; die 24h in 2015!

Gruss und schönen Sonntag noch,

Lars

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