Mal was wirklich Spezielles….. Karting

Christoph hatte sich über Whatts-App bei mir gemeldet; da findet ein Kartrennen in Landsberg statt; 333 Runden, machst Du mit??

Wie jetzt….333 Runden? Mir ist ja schon immer nach 40 Runden total flau in den Unterarmen und dann soll man 100 fahren, oder vielleicht noch mehr? Also zu zweit geht so etwas nicht, aber vielleicht zu dritt. Patrick, Christian, alle leider irgendwie blockiert und können am Freitag Abend nicht. Thomas, mein Schwager, jo! Spontan zugesagt hat er und dann stand unser Team “Manga-Baby”.

Strickter Zeitplan:

19:30 Fahrerbesprechung
20:00 Quali
20:30 Rennstart
ca. 0:30 Rennende

Ich bin am Nachmittag relativ entspannt nach Landsberg aufgebrochen, ist ja nicht so weit vom Bodensee aus. Christoph, begleitet von Nicole, kam mit mir parallel um 18:00 an.
Wir hatten also genug Zeit, Gegner und Strecke zu studieren. Ich glaube, das letzte Mal bin ich 1995 auf der Bahn gefahren. Hat sich nicht wirklich verändert. Die Schlüsselstelle ist wohl die Bergab-Links nach der Brücke. Profis stellen schon auf der Brücke ihr Kart quer an, um schön die Kurve zu sliden. Kann ich nicht, probiere ich besser auch nicht.

Fahrerbesprechung wie üblich; alles alte Hasen auf der Bahn und Leichtgewichte wohin man schaut. 85kg wurden für die Herrenkarts als Mindestgewicht festgelegt sowie 75kg für das Damenkart. Wir haben mit beidem kein Problem :-)

Schon im Quali wurde klar, dass wir mit Sicherheit um die goldene Ananas fahren würden…..also, nur nicht Letzter werden war das Ziel. Neben den 9 Semiprofi-Teams waren drei, die sich um die süsse Frucht streiten würden. Wir fuhren damit ein Rennen im Rennen.

Christoph als unser Leichtgewicht im Team fuhr den Start und hielt sich einige Runden wacker auf Platz 11. Wir beobachteten die anderen Teams und deren Strategie. Solange wir immer genauso wechseln würden, wie sie, sollten wir auch vor ihnen bleiben können. Ein Blick in Thomas Gesicht, der zu meiner Überraschung tatsächlich mit seiner frisch gebackenen Ehefrau gekommen war, sagte mir, dass etwas nicht stimmte. Er hatte sich die rechte Seite in der ersten Runde im Qualifying geprellt und extreme Schmerzen im unteren Rippenbogen. Vielleicht gebrochen?

Christoph auf der Strecke:

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Egal, er war als zweiter Fahrer bestimmt und nach 60 Runden wechselten wir dann auch das erste Mal. Klappte hervorragend und Thomas kam auf P12 liegend wieder auf die Strecke. Das Rennen um die Spitze war auch toll anzuschauen. Drei Karts fuhren vorne weg, jeweils mit 1-1,5 Sec schnelleren Rundenzeiten als wir. Hochgerechnet würde das bedeuten, dass sie uns über die Distanz bis zu 25 Runden einschenken würden….das zweite Ziel des Abends war damit definiert; wir mussten über 300 Runden fahren.

Nach 100 gefahrenen Runden dann Kartwechsel. Der Fahrer fährt in die Box, muss einen Buzzer drücken, dann das Kart verlassen und in das vor ihm stehende Kart wechseln. 90sec später dann den zweiten Buzzer drücken und wieder auf die Strecke. Thomas ging es nicht gut, das konnte man sehen……dennoch hatte er Platz 12 gehalten.

Christoph beim Kartwechsel: volle Konzentration :-)

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Nach 120 Runden dann erneuter Wechsel und ich durfte auf die Strecke. Immer, wenn die Spitze an mit vorbei kam, kam ich mir wie eine fahrende Schikane vor. Ich habe es doch dann tatsächlich geschafft, auch einen Konkurrenten zu überholen und uns kurzfristig auf P11 zu bringen. Die Freude währte aber nicht lange und der Kollege zog wieder an mir vorbei und danach unaufhörlich davon. Die Mannschaft hinter uns hatte ihre Strategie umgestellt und so fanden wir uns plötzlich auf P13 wieder, nachdem ich nach 78 Runden an Christoph übergeben hatte. Mir tat alles weh; die Unterarme spürte ich nicht mehr, der linke Fussknöchel schlug in den Rechtskurven ständig an die Achse und teilte mir das auch mit immer heftiger werdendem Schmerz mit; durch zwei Rempler ins Kreuz hatte ich wohl wieder einmal einen Brustwirbel raus….also Kartfahren ist nichts für alte Männer. Aber es hatte irre Spass gemacht!

Noch ca. 120 Runden zu fahren. Wenn Thomas und Christoph den Rest übernehmen, könnte ich mich also entspannt in die Umkleide bewegen und frei nach dem Motto “Let`s call it a day” mich umziehen und einen leckeren Kaffee trinken. Gesagt getan.

Christoph fuhr bravurös wieder auf P11 vor und mittlerweile hatten wir sogar eine ganze Runde Vorsprung auf den Letzten. Die Fahrschulmannschaft hing uns im Kreuz und sie hatten einen wirklich schnellen Kollegen im Team, der wieder auf Christoph aufschloss, ihn überholte und uns damit auf P12 verdrängte. Aber, immer noch nicht Letzter. :-)

Thomas’ Blick verfinsterte sich zusehends und so musste ich dann wohl oder übel den Schlussstint fahren; für Thomas war es offensichtlich nicht drin. Kartfahren fordert Opfer. Christoph war super fit und fuhr nochmals 90 Runden. Ich übernahm das Kart an P12 liegend und meine Aufgabe war klar: den Platz halten. In dem Stint brachte in dann tatsächlich auch meine besten Rundenzeiten zu stande, trotz fieser Schmerzen in Allem was mit den Armen zu tun hatte…..

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Ich war aber auch froh, als ich dieses schwarz-weiss karierte Tuch sah und ich ausrollen lassen konnte. In der Box angekommen Daumen hoch von den Teamkollegen. Also nicht Letzter geworden! Klasse! Aus dem Kart bin ich allerdings kaum mehr rausgekommen; unglaublich, was das für eine Anstrengung ist. Das zweite Tagesziel haben wir auch erreicht; mit 310 Runden lagen wir nur 23 hinter den Siegern.

Fazit; mit 20kg weniger auf den Rippen, etwas mehr Erfahrung mit den Karts, könnten wir im Mittelfeld mitfahren. Bis zum 24h Rennen ist ja noch Zeit…..
Eines noch: in 333 Runden nicht eine Gelbphase, nicht ein Abbruch, nicht eine böse Rempelei…..da könnte sich so mancher ein Beispiel daran nehmen!!!

Danke Christoph für`s organisieren! War ne tolle Sache!
Und danke an unsere Cheerleader-Mädels, wenigstens da waren wir gut aufgestellt!

Und einen Pokal gab es zum Schluss auch noch…….man erinnere sich; am Ring habe ich bei VLN/RCN immer noch keinen :-)

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Gruss und schönen Sonntag Euch allen,

Lars

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