24h von Dubai 09.-11.01.2014

Kurz vor Silvester stattete ich meinen Teamchefs Daniel und Benjamin in Wuppertal einen Besuch ab; eigentlich nur mal so, weil ich ohnehin gerade in der Gegend war. Wir hatten ein sehr angenehmes Gespräch mit Hinblick auf die Saison 2014; was muss man noch am Fahrzeug vorbereiten, wie wollen wir die RCN bestreiten, mit welchem Ziel etc. pp..

Eigentlich war alles klar, denn wir hatten schon unzählige Male über unser Ziel gesprochen. Das Auto auch in der VLN laufen zu lassen verwarfen wir aber aus Gründen der Risikominimierung. Es hätte niemandem geholfen, wenn entweder das Fahrzeug in der VLN oder der RCN beschädigt werden würde und dadurch das Rennen in der darauf folgenden Woche nicht stattfinden kann. Also; das Manga-Baby bleibt der RCN vorbehalten. Schauen wir, was später in der Saison wird; vielleicht kommen Christian und ich noch auf die Idee, ein oder zwei VLN Läufe ein zu streuen :-)!

Wir waren schon dabei, uns die Hand zu geben und uns einen guten Rutsch zu wünschen, da sagte Daniel: “Was ist denn jetzt mit Dubai?”…..äh, ich? Hallloooooo, unser Ziel heisst doch 24h Nürburging 2015 und nicht 24h Dubai 2014 ……. und dann schon in 10 Tagen? “Wieso eigentlich nicht??”; es mussten also Voraussetzungen geschaffen werden; Lizenz beantragen, den notwendigen Besuch beim Doktor, usw. Wir hatten schon kurz vor Weihnachten darüber philosophiert und ich hatte die Dinge bereits angeschoben, aber eine Nachricht vom DMSB hatten wir noch nicht. Daher entschieden wir, bis nach Silvester zu warten. Am 03.01. kam dann die positive Nachricht; ich bekomme die Erlaubnis, in Dubai an den Start gehen zu gönnen. Also, Flug buchen, Hotel buchen, hoffen, dass die Lizenz mit der Post auch rechtzeitig eintrudelt….und dann, ab nach Dubai.

Also für den kleinen Lars ging schon so etwas wie ein Jugendtraum in Erfüllung. Mit einem tollen Team ein 24h Rennen zu bestreiten und das nicht nur als Zuschauer, sondern als Fahrer. Ich musste schon ein paar Mal in den Spiegel schauen, um zu verstehen, dass das jetzt wirklich möglich sein würde, nein, tatsächlich passieren wird!!

Die Lizenz kam rechtzeitig an! An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an den DMSB, der das alles schnell und unkompliziert bearbeitet hat!

Einen günstigen Flug konnte ich auch noch ergattern; Meike`s Tip mit dem Hotel war auch erstklassig und so war ich gerüstet für den Trip in den grossen Sandkasten.

Nachtflug mit KLM; Glück mit dem Platz gehabt und genug Beinfreiheit ergattert. Mittwoch Morgen in Dubai angekommen und erst einmal ins Hotel. Dort Paul, meinen Teamkollegen mit seiner Schwester zum Frühstück getroffen. Early Check In ging nicht, Zimmer war nicht fertig; aber das stinkende Reiseetwas musste doch duschen, sonst wäre ich doch eine Zumutung für die Menschheit an der Rennstrecke. Das Zimmer wurde dann doch noch rechtzeitig fertig und ich konnte mich unter die Dusche schwingen.

Frisch gestyled ging es dann zum Autodrom. Wer nun denkt, man müsse sich wie am Ring auf eine lange Schlange vor dem Paddock-Zugang gefasst machen, liegt komplett falsch. Wir parkten direkt hinter der Box. Ein Blick auf die Haupttribüne; also Reservierungen sind wohl nicht nötig…..keine Menschenseele.
Ein langjähriger Freund von mir lebt in Dubai; ich rief ihn an; vielleicht geht ja was zusammen. Er war völlig überrascht, dass in Dubai solch ein Rennen stattfindet! Also Werbung seitens des Veranstalters absolute Fehlanzeige! Nichts, aber auch gar nichts weist auf das Rennen vor Ort hin. Eigentlich eine verpasste Gelegenheit; denn im Grunde ist man dort froh um jede Abwechslung!

Sei`s drum, es ging ja nicht darum, die Zuschauer zu beglücken, sondern selbst zusammen mit dem Team Spass zu haben!

Der fing schon bei dem herzlichen Empfang im Teamzelt an. Hier war man willkommen, klasse! Tolle Stimmung! Alle wuselten schon um die Autos herum, die schon seit dem Vortag in der Box ihren Standplatz gefunden hatten. Hier und da waren noch ein paar Arbeiten geplant. Letzte Einstellungen, Montage neuer Bremsscheiben sowie Beläge. &-Kolben Sättel von Brembo, das versprach gute Bremsleistung. In der Klasse A5 dürfen diese Bremsen gefahren werden, anders als in der V6 bei der VLN. Zu meiner Überraschung sollten die Bremsen die ganzen 24h halten. Ein toller Vorteil, wenn man auf die Standzeiten während der Boxenstopps schielt: da könnte etwas gehen….
Auf dem Papier haben wir gegen die hochgezüchteten Boliden in der Klasse keine Chance, also geht es nur über Konstanz und zu guter letzt natürlich über die Distanz. Die anderen werden sicher das ein oder andere Problem haben….

Während die Mechaniker nun schraubten, das Scrutineering hinter sich brachten, schnappten Paul, Marco und ich uns den Mietwagen und fuhren abwechselnd ein paar langsame Runden unter Anleitung von Paul auf dem Kurs. Das war super.Paul erklärte uns die Ideallinie, aber auch die Möglichkeiten, den schnelleren Fahrzeugen auszuweichen, ohne sie zu behindern. Das war gerade für mich als Neuling extrem hilfreich. Wir hatten 90 Minuten und haben die auch bis zu letzt ausgenutzt; der Tank war dann leer und wir mussten zum Boxenstopp :-); also eigentlich drängte mich mein Biorythmus zur Pause…. elende Sextanerblase!

Den Nachmittag verbrachten wir mit der Einschreibung, sowie der Abnahme der Kleidung und Helm. Alles i.O.. Dann die Waage….die Fliegengewichte Henk und Marco standen etwas im Gegensatz zu Paul und mir; aber die Mischung macht`s ja bekanntlich!

Der Veranstalter lud dann am Abend zum Welcome BBQ in das Fahrerlager ein. Das war eine nette Geste und wohl organisiert. Viele hungrige Mäuler wurden gestopft und das Team saß zum ersten Mal zusammen; wir brauchten vier Tische….beeindruckend! Aber eine grosse Familie und man konnte allen die Anspannung aber auch die Freude auf die kommenden Tage ansehen.

Wir gingen früh zurück ins Hotel; die Mechaniker schraubten noch bis spät in die Nacht weiter, dass die Fahrzeuge für das erste freie Training 100% vorbereitet und fit sind.

Etwas gejetlagged gelang es mir dann auch endlich gegen 01.00 Schlaf zu finden. Der Wecker würde ja nicht vor 07.00 klingeln, also genug Zeit, die Falten aus dem Gesicht zu schlafen!

Donnerstag Morgen:

kribbelig wurde es langsam, denn ich musste ja irgendwann mal in das Auto und die ersten Runden drehen….und das mit all den anderen Fahrzeugen auf der Strecke. Ca. 75% der Fahrzeuge sind schneller als wir; also würde man mehr in den Rückspiegel schauen müssen, als nach vorne und das auch noch auf einem neuen Kurs. Ich hatte mir am Abend noch etliche Male das Video aus den Rent-A-Car Runden angeschaut und die Linie somit halbwegs verinnerlicht. Was Bremspunkte und Einlenkpunkte angeht….nun, da war mit dem kleinen Toyota nicht viel zu trainieren. Das musste also dann doch im Rennauto erfahren werden.

Henk und Paul übernahmen die ersten Runden und dann kam dann endlich das ersehnte Kommando, dass ich doch auch meinen Helm aufsetzen solle. Schön, dachte ich mir; jetzt gilt es also. Sicher und langsam in den ersten Runden und sich erst einmal mit der Situation und dem Auto vertraut machen. Fahrzeug kam in die Box….also rein in die Schuhschachtel und ab geht`s. Driver ID, DSC aus, Funk Check, nicht schneller als 40km/h….überfordert doch den alten Mann nicht so!

Ui, da kommt ja auch schon die Boxenausfahrt; das Rennfahrzeug endlich in die freie Wildbahn entlassen: kurz mal ins Hirn gerufen….wo war denn die Nervosität? Ich war null nervös, null!!! Lag es daran, dass der Z4 mir so vertraut vorkam, oder daran, dass man so unendlich Platz hat auf der Strecke, oder dass die Vorbereitung einfach gepasst hat? Keine Ahnung…es lief und auch die anderen Rennerkollegen waren kein Problem. So konnte ich mich Runde für Runde vortasten und nach 7 gefahrenen Runden war das 1. Training vorbei. Ich hatte mich nicht blamiert und keinen Blödsinn gemacht; Dreher hatte ich auch keinen produziert, also konnte ich beruhigt auf das zweite Training schauen.

Die in der Nacht gewechselte Kupplung machte etwas Probleme, sie hakte etwas und der Pedalweg war recht lang. Mich störte das nicht weiter, weil das im 330 auch so ist. Vor meinem zweiten Stint wurde das System dennoch nochmal komplett entlüftet. Wieder ins Auto, gleiche Prozedur, dieses Mal war der Auftrag eine Outlap, zwei gezeitete Runden, Inlap. Also gut, jetzt zählt`s also….

Ich hatte etwas Glück und die Strecke war recht frei, sodass ich die Ideallinie fast vollständig nutzen konnte. In der zweiten schnellen Runde wollte ich dann auch mal wissen, was denn so geht und ich habe die Bremspunkte etwas später gelegt, gerade nach der langen Gegengerade. Bremspunkt getroffen, Einlenkpunkt nicht ganz….wo ist denn der Curb? Da habe ich wohl etwas Zeit liegen lassen, sonst war die Runde eigentlich ganz gut. Mit der 2:25,307 war ich auch in guter Gesellschaft mit den Teamkollegen. Das liess also für das Rennen hoffen, dass ich nicht als fahrendes Hindernis unterwegs sein würde und so den Vorwärtsdrang der alten Hasen hemmen würde. Da ich relativ genau wusste, wo ich die Zeit liegen gelassen hatte und ich bei weitem nicht am Limit gefahren bin, war klar, 3-4 Sekunden sollten noch locker drin liegen, wenn ich erst einmal den Kurs auswendig kennen würde. 24h sollten dazu ja nun wirklich reichen!!

Hier meine schnelle Runde aus dem 2ten freien Training:

Die Pause zum Qualifying nutzen wir zur Fahrerbesprechung. Daniel klärte uns über das Team-Chef Briefing auf und machte uns verschiedene Besonderheiten wie Code 60, die Limits in Boxengasse und Tankbereich aufmerksam. Nichts wirklich schwieriges, aber für ein Newbie doch recht viel zu merken; naja, wird schon :-)!

Alle waren nach dem Training zufrieden. Das Auto lief perfekt. In den schnellen Ecken neigte es etwas zum Stempeln. Beherrschbar und nicht unangenehm, aber Daniel entschied, doch anstelle der Serienfedern des Bilstein Fahrwerks, in der Nacht nach dem Training uns Quali Rennfedern einzubauen, die etwas härter sind. Da die Jungs sowieso geplant hatten, die Querlenker und Radlager zu tauschen, sowie die abgedrehten Bremsscheiben (das ist eine Geschichte für sich, die ich kurz einstreuen muss; leider wurden falsche Bremsscheiben geliefert; Durchmesser zu gross, Dicke passte…..also hat man kurzerhand in einem örtlichen Maschinenschop die Scheiben auf den richtigen Durchmesser abgedreht und Jan, der Arme, durfte am Dienstag noch nach Viernheim fahren, um die richtigen Scheiben zu holen. Mit 30kg Übergepack im Hartschalenkoffer trudelte er dann am Donnerstag ein und wir hatten die richtigen Scheiben zur Hand, die noch montiert werden sollten….) gegen die neu gelieferten zu wechseln, konnte man auch gleich noch die Federn mitmachen. Paul drängte darauf, dass dann die Balance und Gewichtsverteilung aber auch noch neu gecheckt gehört….wurde auch gemacht; fast 50 : 50, also perfekt.

Das Quali wurde dann von Henk und Paul gefahren und sie stellten den Z4 kurz hinter dem M3 auf den 6. Startplatz der Klasse.

Der nächste Reiz stand aber schon wieder vor der Tür….Nachttraining. Jeder Fahrer muss zumindest zwei gezeitete Runden auch bei Nacht gefahren sein. Paul griff als erster ins Lenkrad und verblüffte uns alle mit der Verbesserung seiner bei Tag gefahrenen 2:24er Zeit….später meinte er, er sei nur nach Trial and Error and Memory gefahren. Ich bin ja immer noch überzeugt, dass er einen Shortcut genommen hat!
Ich durfte dann als Vierter ran und dachte mir, riskieren musst Du hier mal gar nichts. Konnte ich auch gar nicht; die Lichter zeigten überall hin, nur nicht dahin, wo sie sollten, in die Kurve. Den anderen erging es aber offensichtlich genauso. Mit 2:32er Zeiten war ich in guter Gesellschaft, dieses Mal etwas schneller als die anderen Kollegen, was mich selbst etwas freute.

Nachtfahrt:

In Summe, wir waren ein sehr ausgewogenes Team was für die Harmonie offensichtlich sehr wichtig ist. Niemand muss pushen, niemand denkt, dass der Kollege ihn durch zu langsame Fahrweise um den Lohn der Arbeit bringt. Wir konnten also allesamt an einem Strang ziehen! Das war grossartig. Mit Blick auf die Zeitentabelle galt das Gleiche auch für den M3. Daniel und Bennie hatten ein goldenes Händchen und haben die Fahrerpaarungen optimal zusammen gestellt. Das Rennen konnte kommen.

Ich lag am Donnerstag Abend früh im Bett; immer noch voller Aufregung über das Erlebte und mit soviel positiver Energie im Kopf lässt es sich schlecht schlafen. Es wurde schon wieder 01.00 Uhr bis ich endlich das Licht ausgemacht hatte.

Freitag Morgen, Renntag:

Nach etwas unruhigem Schlaf; wen wundert`s, brachen wir um 07:30 zur Strecke auf. Ich hatte nur zwei Nächte im Hotel gebucht, denn bei einem 24h Rennen sollte man ja auch 24h an der Rennstrecke verbringen, wozu dann noch ein Zimmer?! Alles mitgenommen und sich im Container an der Strecke häuslich eingerichtet….

Erstmal ein lecker Kaffee und einen Joghurt Becher vom Coffee-Shop und sich dann langsam umziehen. Ach ne, da muss man ja vorher noch zur Fahrerbesprechung. Pflichtveranstaltung mit Einschreibung! Nichts Neues dort, aber immer wieder mit dem Hinweis; Jungs, das Rennen wird nicht in der ersten Runde entschieden!!!

Marco und ich sollten das Warm-Up fahren und die neuen Bremsen anfahren. Überall merkte man die hektische Betriebsamkeit; es war eben Renntag. Die Einen schauten ernst, die Anderen schauten fröhlich drein aber Alles in Allem war es hochgradig entspannt. Der ein oder andere Mitbewerber der Klasse schaute in unserer Box vorbei und wünschte uns Glück; echt nett! Family Atmosphäre überall. Ich bin dann auch mal rumgegangen und habe sogar hier und da alte Bekannte getroffen, die ich bestimmt seit 20zig Jahren nicht gesehen hatte. Diese Aktion war aber auch eine gute Gelegenheit, den Kopf nochmals etwas woanders hin zu packen, bevor man ins Auto steigt und vor der sagenhaften Kulisse von ca. 250 uns frenetisch anfeuernden Fans auf der Haupttribüne ins Rennen zu gehen….; ok, hier darf dann auch gelacht werden :-)!

Warm-Up unspektakulär; Marco begann und hat es dann auch zu Ende gebracht. Ein Wechsel lohnte sich schlichtwegs nicht.

Dann ging eigentlich alles ganz schnell bis Henk den Boliden in die Startaufstellung fuhr und wir alle im Gänsemarsch hinterher gewackelt sind. Also ein Marsch war es schon, weil wir ganz am Ende vom Grid standen. Für uns hatte man nicht einmal mehr eines dieser Grid-Girls übrig; da war nur Geld für die ersten 30 da, schade aber auch. Wir waren froh, dass wir unsere eigenen Mädels dabei hatten :-) !!!

Etwas nachdenklich wurde ich dann nochmals, als die Schweigeminute für all die in 2013 tödlich verunglückten Fahrer abgehalten wurde. In dem Moment kommen einem dann schon Zweifel, ob das alles so richtig ist, was man hier macht….ehrlich gesagt, hat es mir kurzfristig den Hals etwas zugeschnürt. Ich denke, das hat aber auch etwas Gutes, wenn man sich des Risikos dieses Sports durchaus sehr bewusst ist. Zu Hause wartet schliesslich die Familie; also, sagte ich zu mir selbst; Du bist nicht hier um zu gewinnen, sondern um Spass zu haben und mit den Kollegen das 24h Rennen zu Ende zu fahren! Gewiss ein wenig Selbstberuhigung, geholfen hat es aber trotzdem!

Tafeln; 5min, 3min, 1min….

Wir zurück auf dem Weg zur Box. Zwei Einführungsrunden, dann der Start; boaaaah, was für ein Sound, wenn 50 GTs und Cup Porsche die Gerade runter donnern…und dann kamen auch unsere zwei Fahrzeuge. Henk als Startfahrer liess es zunächst etwas ruhiger angehen und verlor 4 Plätze konnte die aber während seines Stints wieder gut machen und überholte auch den M3. Er übergab an 4ter Stelle der Klasse liegend an Paul. Der war ob seines Nachttrainings hoch motiviert und fuhr eine persönliche Bestzeit nach der Anderen. An 2ter Stelle in der Klasse übergab er an Marco. Es war jetzt auch für mich an der Zeit, ständig in der Box zu sein, bereit für einen etwaigen schnellen Wechsel. Man weiss ja nie…

Mein Freund Christian kam mich mit der ganzen Familie besuchen. Ganz nett, ihn in dieser Umgebung zu treffen.

Marco fuhr konstante Zeiten, dann der Schock; Code 60 auf der Strecke verursacht durch unseren Z4. Was war passiert???

Marco wurde in Turn 3-4 von einem schnelleren Fahrzeug leicht am Heck rechts berührt, drehte sich von der Strecke unglücklicherweise in die nahe stehende Leitplanke anstelle in den weitläufigen Auslauf auf der linken Seite der Strecke.
Dann sahen wir auch noch die Ambulanz auf der Strecke. Funkverbindung zum Fahrer war keine da; das konnte daran liegen, dass er bereits aus dem Auto war, oder aber nicht funken konnte….Gott sei Dank war Ersteres der Fall. Marco wurde dennoch ins Streckenhospital gebracht und durchgechecked, da der Aufprall doch recht heftig war.

Nächste Frage; ist das Auto reparabel??? Nachdem es zurück an die Box gebracht wurde war nach kurzem Hinschauen schon klar…..nä, da geht nichts mehr! Sollte es das jetzt tatsächlich gewesen sein? Also nach Dubai fliegen und dann im Rennen nicht fahren? Jo, so war es. Zunächst war ich schon enttäuscht aber frei nach meiner Oma; reg Dich nicht über Sachen auf, die Du nicht ändern kannst, hab ich mir gedacht, erlebe ich es eben als Teammitglied und schaue einfach zu, wie die Teamkollegen es auf dem M3 machen!
Und da lief es wirklich prächtig!
Tolle Stints die ganze Nacht durch und die ist in Dubai immerhin 14h lang :-)! Den Weg zur Kaffeemaschine kannte ich irgendwann auswendig; mit Jörg an der Boxenmauer zu sitzen und die Zeiten zu nehmen war auch klasse; man haben wir gelacht! Als der Morgen dämmerte wurde auch das Fahrerlager wieder wach und irgendwie hob die Stimmung sich parallel zum Sonnenaufgang.

Jetzt ging es ans Eingemachte. Der M3 pendelte ständig zwischen P2 und P4; je nach Boxenstops der Küpper Mannschaft und des 991 von Black Falcon. Dann die Nachricht, dass Chantal Kroll neben der Strecke steht. Ach manno, was für ein Pech für die nette Truppe, die uns selbst noch viel Glück gewünscht hatte; die Kardanwelle hatte sich mit einem lauten Knall verabschiedet und für ordentlich Schaden im Unterbodenbreich gesorgt. Ebenfalls nicht zu reparieren. Damit war P3 für uns in erreichbare Nähe gerückt! Jetzt musste nur noch das Auto halten! 2h vor Schluss dann nochmals eine Schrecksekunde für das Team: Wasserpumpe defekt. In 30min wurde sie getauscht, allerdings hätte uns bei fast 60 Runden Rückstand des 4. Platzierten auch gar nichts mehr passieren können. Aber wir wollten mit dem Auto über die Ziellinie! Das war dann auch so!

Der Jubel über P3 kannte keine Grenzen! Die ganze Anspannung löste sich, alle waren einfach nur noch glücklich. Alle lagen sich in den Armen….

Mir selbst war gar nicht bewusst, dass ich nunmehr seit 38h auf den Beinen war. Schlafversuche im Container scheiterten kläglich…., jetzt war es aber auch egal. Noch Aufräumen (war in 3 Stunden erledigt und alles wieder in den Containern verpackt), dann kurz zum Team ins Hotel, etwas zu Abend essen, dann zum Flughafen und ab nach Hause.

Alles war so schnell vorbei, wie es auch gekommen ist!

Ich möchte dieses Event nicht missen; das war sicherlich ein absolutes Highlight in meinem Leben. An dieser Stelle sei den Sorg Brother`s und dem ganzen Team für diese tolle Zeit herzlich gedankt! Die Mechaniker suchen Ihresgleichen und die Küche hat Sterneniveau :-)! Ich kann diese Truppe nur jedem empfehlen und dem Team Z4 Paul, Henk, Marco, Daniel und mir selbst wünsche ich, dass wir eine Möglichkeit bekommen, beim nächsten Rennen unsere Qualitäten auch unter Beweis stellen zu können!

Gruss,

Lars

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